Immer auf die Kleinen?

Heft 2/2017

Südliches Afrika: SADC

GAMBIA, ECOWAS UND SADC. Die ECOWAS-Intervention in Gambia gilt als Vorbild für afrikanisches Krisenmanagement – auch für die SADC?

 

Zum Jahreswechsel 2017 sorgte der kleine westafrikanische Staat Gambia für Aufregung. Nach 22 Jahren Willkürherrschaft schien der Despot Yahya Jammeh die von ihm unerwartete Abwahl am 1. Dezember anfänglich überraschend zu akzeptieren. Nicht ganz so überraschend weigerte er sich dann eine Woche später doch, die Präsidentschaft abzugeben. Sein demokratisch legitimierter Nachfolger Adama Barrow flüchtete sicherheitshalber und ließ sich am 19. Januar 2017 in der Botschaft seines Landes im benachbarten Senegal zum neuen Staatsoberhaupt vereidigen. Am gleichen Tag intervenierte die Economic Community of West African States (ECOWAS), in der sich 15 Staaten Westafrikas zusammengeschlossen haben. In deren Auftrag rückten senegalesische Truppen in das Land ein. Das gambische Militär widersetzte sich nicht der Invasion. Am 21. Januar räumte Jammeh schließlich doch noch das Feld und kündigte den Weg ins Exil an. Bei seinem Abgang bediente er sich nochmals großzügig aus dem Staatssäckel des armen Landes. ...

 

Henning Melber und Chris Saunders

 

Henning Melber ist u.a. Extraordinary Professor an der University of Pretoria und der University of the Free State in Bloemfontein.
Chris Saunders ist Professor emeritus an der University of Cape Town.

Eine frühere Fassung erschien am 23. Januar 2017 in: The Conversation (https://theconversation.com/what-southern-africa-can-learn-from-west-africa-about-dealing-with-despots-71722) und danach in zahlreichen englischsprachigen Medien.

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