Zurückgeschaut – Solidarität aus Zeitzeugenperspektive

Heft 2/2017

Südliches Afrika: Zeitgeschichte

HEIKE BECKER IM GESPRÄCH MIT REINHART KÖSSLER ÜBER WESTDEUTSCHE SOLIDARITÄTSBEWEGUNGEN UND GESCHICHTE DER ISSA. Im ersten Teil eines ausführlichen Interviews mit Heike Becker spricht Reinhart Kößler als Zeitzeuge über die Geschichte der Solidaritätsbewegungen mit den Befreiungskämpfen im südlichen Afrika und der issa (informationsstelle südliches afrika), die afrika süd herausgibt.


Im zweiten Teil des Interviews, den wir in der nächsten Ausgabe veröffentlichen, kommentiert Reinhart Kößler die Probleme im Umgang mit den Befreiungsbewegungen an der Macht, insbesondere der Swapo in Namibia. Er spricht in diesem Zusammenhang über die Ideen von „Befreiung" und „nationaler Identifikation" im Kontext des südlichen Afrika.

 

Heike Becker: Zuallererst erzähle bitte den Leserinnen und Lesern etwas über Deine persönliche Geschichte, was afrikanische Nationalismen und nationale Befreiungsbewegungen betrifft. Was hat anfänglich Dein Interesse daran geweckt? Und was interessiert Dich heute an diesen Themen?

Reinhart Kößler: Als ich im Wintersemester 1967/68 in Heidelberg begann, Soziologie, Ethnologie und Geschichte zu studieren, hatte ich mich dafür aufgrund meines Interesses an sozialen, besonders aber an Dritte-Welt-Fragen entschieden. Das Jahr 1965/66 hatte ich als Austauschschüler in den USA verbracht, in Youngstown, Ohio. Ich wurde sehr freundlich in eine Familie aufgenommen, doch ich war zunehmend irritiert durch die zahlreichen Trennlinien aufgrund von Identität und Rassenzuschreibung. Teils wurde sehr direkt erwartet, dass auch ich sie befolge. Hinzu kamen Freundschaften und Gespräche mit anderen Austauschschülerinnen und -schülern, vor allem aus Brasilien, die mir von der Lage in ihren Heimatländern berichteten. In dieser amerikanischen Mittelstadt, damals allerdings noch vom Boom der Stahlindustrie geprägt, konnte ich auch die ersten Anzeichen des Protests gegen den Vietnamkrieg beobachten.


Nach meiner Rückkehr in Westdeutschland war mir klar, dass ich meinen Plan, Archäologie zu studieren, aufgeben würde. Ich spürte Handlungsbedarf und wollte dabei sein – natürlich eine recht naive Vorstellung von Wissenschaft. Ein weiterer Wendepunkt war auch für mich die Erschießung von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration gegen den Besuch des Schah von Iran in Westberlin. Das mobilisierte damals viele in meiner Generation, und ich machte erstmals an einem Informationsstand am Karlsruher Marktplatz mit.


In Heidelberg wurde ich ziemlich schnell in die Studentenbewegung hineingezogen, die dort gerade Fahrt aufnahm. Es gab eine Menge kontroverser Themen, die zu Aktionen führten, hinzu kamen Arbeitskreise etwa über Imperialismustheorie oder die Organisationsfrage. Wir lasen Rosa Luxemburgs Massenstreik-Broschüre, während Ausgewiesene vom Pariser Mai 1968 berichteten. Es war schon eine aufregende Zeit. Im Frühjahr 1969 machte ich in einer Projektgruppe mit, die eine kleine Kampagne zu den Befreiungskämpfen in den damals noch von Portugal kolonisierten Ländern in Afrika aufzog. In der Zeit hatte ich auch Kontakt mit portugiesischen und mosambikanischen Genossen.


Etwa ein Jahr später wurde diese scheinbare Nebenfrage zu einem entscheidenden Wendepunkt für die Heidelberger Studentenbewegung. Die Weltbank, damals unter der Präsidentschaft von Robert McNamara, veranstaltete mitten in Heidelberg, im edlen Heidelberger Hof, eine Konferenz – das muss man sich heute mal vorstellen! Ein wichtiger Teilnehmer war Erhard Eppler, der damalige Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und vielleicht die progressivste Besetzung für diesen Posten in den heute mehr als fünfzig Jahren. Doch für uns war Eppler zusammen mit McNamara – als ehemaliger US-Verteidigungsminister einer der Hauptverantwortlichen für den Vietnamkrieg – vor allem verantwortlich für den hier diskutierten Plan des Cabora Bassa-Staudamms (heute Cahora Bassa). Das bedeutete massenhafte Umsiedlungen in der mosambikanischen Tete-Provinz und die Ankunft zahlreicher portugiesischer Siedler. Die Demonstration mit dem zentralen Slogan „Eppler baut mit seinem Damm/jetzt ein neues Vietnam!" wurde verboten, aber ungeachtet dessen fand sie statt und kam bis vor den Heidelberger Hof. Das war die bis dahin militanteste in Heidelberg, und die Baden-Württembergische Landesregierung reagierte mit dem Verbot des Heidelberger SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund), der nach der faktischen Auflösung des Bundesverbandes letzten noch bestehenden Lokalgruppe.


Dies alles hat mich politisch und intellektuell stark geprägt. Aber es führte nicht sogleich zu einem stärkeren Interesse an Afrika. Dazu kam es 1979 mit meiner erste Anstellung als Geschäftsführer der issa. Die war 1972 gegründet worden, um der südafrikanischen Propaganda etwas entgegenzusetzen und der damals fraktionell ausdifferenzierten Solidaritätsbewegung Material an die Hand zu geben. Meine Aufgabe war es unter anderem, den damals zehnmal im Jahr erscheinenden „informationsdienst südliches afrika" (heute „afrika süd") zu organisieren und einen Kleinverlag zu betreiben, wo es ebenso um Lektorat wie um kaufmännische Dinge ging. Ich stürzte mich in diese Arbeit, schrieb ziemlich viele Artikel hauptsächlich für den Informationsdienst und konnte das alles tun, weil eine Menge Informationsmaterial in dem kleinen issa-Büro in der Bonner Blücherstraße ankam oder dort archiviert war.


Auch in der Rückschau bin ich beeindruckt von der Arbeitsintensität und Energie, die in den kleinen und mehr oder weniger schäbigen Büros dieser internationalen Bewegung von Leuten mit „Solidaritätsgehalt" verausgabt wurde – in Bonn wie in London oder Amsterdam, wo die Lage ein wenig besser war. Das damalige Büro der Swapo (South West African People's Organisation) in London sah aber auch nicht viel anders aus.


Ende 1979 bekam ich dann eine Stelle am Institut für Soziologie in Münster, blieb aber für viele Jahre Vorstandsmitglied der issa und schreibe nach wie vor immer wieder für afrika süd. Also habe ich weiter meine Interessen für afrikanische Fragen verfolgt, aber richtig losgegangen ist es erst ab 1991, als ich die Möglichkeit für ernsthafte Projekte vor allem in Namibia nutzen konnte.


Im Moment ist mir deutlich geworden, dass ich mich nach der Veröffentlichung meines Buches „Namibia and Germany. Negotiating the Past" Mitte 2015 auf absehbare Zeit auch weiter mit den darin angesprochenen Fragen werde beschäftigen müssen. Vor allem geht es um eine anständige Entschuldigung Deutschlands für den Völkermord von 1904-08 im damaligen Deutsch-Südwestafrika und die Wiedergutmachung für die Nachkommen, die daraus folgen muss. Das ist ein klarer Fall für gesellschaftlich engagierte Wissenschaft. Hinzu kommen andere Fragen, für die ich mich seit längerem interessiere, etwa die riesige Thematik von ethnischer Identität im südlichen Afrika nach Kolonialismus und Apartheid oder die Frage des Nationalstaates. Ende August/Anfang September 2016 haben sich diese Themen in Namibia zu einer politisch explosive Situation verdichtet: Der Ovaherero-Oberhäuptling Vekuii Rukoro stellt entschieden die Legitimität der namibischen Regierung in Frage, wenn sie beansprucht, Ovaherero bei den laufenden Verhandlungen mit der deutschen Regierung zu vertreten. Die Auseinandersetzung mit Nationalismus und Nationalstaat bekommt da recht unmittelbar praktische Bedeutung.

 

Gab es damals, in den siebziger und achtziger Jahren, so etwas wie Verbindungen zwischen westdeutschen Wissenschaftler/innen und Solidaritätsaktivist/innen wie Dir und denen aus anderen westeuropäischen Ländern?

Solange ich zurückdenken kann, hatten wir immer alle möglichen Kontakte mit Gleichgesinnten in Westeuropa, den USA und teils auch in Japan, neben den Beziehungen zu Ländern der Dritten Welt. Sie wurden in Europa zu großen Teilen durch Studierende aus diesen Regionen repräsentiert. Ich selbst war seit 1972 nicht mehr Mitglied einer politischen Organisation, und deshalb waren meine Kontakte eher individueller Art. Leider ist es mir nicht immer gelungen, diese Beziehungen über längere Zeit aufrechtzuerhalten, es gab immer eine Menge Brüche und Veränderungen.


Ein wichtiger Kontakt entstand Ende 1976 mit der Review of African Political Economy (ROAPE). Das war ein kleines Abenteuer. Zusammen mit meinem Kollegen Werner Biermann war ich auf die Idee gekommen, eine kritische Dritte-Welt-Zeitschrift zu gründen. Daraus entstand dann 1980 die Peripherie. Also begaben wir uns auf die Suche nach Vorbildern und Anknüpfungspunkten und beschlossen, an der Redaktionskonferenz von ROAPE teilzunehmen. Um das nicht zu teuer werden zu lassen, nahmen wir einen Kollegen aus Eritrea mit, der sich allerdings nicht im Klaren war über die Schwierigkeiten, die Grenzen auf dem Weg nach Calais durch die Niederlande, Belgien und Frankreich zu passieren und auch Illusionen über die Einreise nach Großbritannien hatte. Nach einer schwierigen Fahrt schafften wir es doch nach Dover, wo wir aber festgenommen wurden. Schließlich wurden wir beiden Deutschen – offenbar recht ungern – laufen gelassen und konnten weiter fahren, aber unser Freund wurde über den Kanal zurück geschafft. Die Tagung war höchst interessant, und wir lernten eine Menge Leute kennen, besonders Lionel Cliffe, den Mitbegründer des Review of African Political Economy, der gerade aus der Haft in Sambia entlassen worden war.

 

Du warst ja nicht nur selbst als Aktivist in der Solidaritätsarbeit engagiert, sondern hast auch über die westdeutsche Solidaritätsbewegung geforscht. Welche Leute kamen da zusammen, und wie liefen diese Kampagnen zur Solidarität mit dem südlichen Afrika?

Wichtige Teile der Solidaritätsbewegung stammten aus der Studentenbewegung. Hier war die Solidarität mit der Dritten Welt ein wesentliches, aber keineswegs das einzige Thema. Andere Strömungen kamen hinzu. Da gab es viele Überschneidungen. Christliche Gruppen hingen teils auch mit Missionsgesellschaften zusammen, nachdem die sich bis etwa Ende der 1960er Jahre ziemlich grundlegend umorientiert und zu einer Kritik des Kolonialismus durchgerungen hatten. Zudem engagierten sich Leute aus der personellen Entwicklungshilfe nach ihrer Rückkehr weiter. Hinzu kamen Gewerkschafts-, zumal Jugendgruppen und zivilgesellschaftliche Organisationen wie Amnesty International. In den 1970er Jahren spielten die verschiedenen, mehr oder weniger maoistischen „K-Gruppen", aber auch die neu gegründete Deutsche Kommunistische Partei (DKP) mit ihrer Nähe zur DDR eine wichtige Rolle. Es gab spektakuläre Aktionen wie der Spendensammlung, um eine Zanla-Abteilung „bis an die Zähne zu bewaffnen". Zanla war der bewaffnete Arm der heutigen Regierungspartei Simbabwes, Zanu-PF.


Nicht zuletzt hatte aber vor allem mein Vorgänger bei der issa sich mit dem allgegenwärtigen Sektierertum herumschlagen müssen. Die issa sollte ja für die gesamte breite Bewegung da sein. Immer wieder musste versucht werden, zwischen der 1974 gegründeten Anti-Apartheid-Bewegung (AAB) und dem Organisationskomitee (OK) zu vermitteln, in dem sich einige der K-Gruppen fanden. Als ich im Januar 1979 bei der issa anfing, begannen die K-Gruppen schon, sich aufzulösen. Viele, die sich für Dritte-Welt-Fragen engagiert hatten, machten bei den Grünen weiter oder integrierten sich in Strukturen der Evangelischen Kirche.


Abgesehen vom OK, das Teile der maoistischen Linken vertrat, war die AAB die wichtigste und größte Gruppe. Sie entstand aus einer Reihe unterschiedlicher Initiativen des von mir eben umrissenen Spektrums. Ein wichtiger Kern war der Mainzer Arbeitskreis Südliches Afrika (Maksa) der im Wesentlichen von evangelischen Pfarrern und ihren Frauen gegründet wurde, die längere Zeit in Südafrika und Namibia gewesen waren. Die meisten waren früher oder später vom Apartheidregime ausgewiesen worden. Neben der allgemeinen Gegnerschaft gegen Apartheid wandten sie sich auch gegen die Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Apartheidregime. Bei diesem Thema sind sie bis zum heutigen Tage geblieben, wo die meisten hoch in den Achtzigern stehen. Bald nach der Gründung der AAB kam es zu einer engen Zusammenarbeit mit der issa. Allerdings gab es dabei Probleme. Die AAB bestand während der gesamten 1980er Jahre darauf, vor allem die Positionen von ANC und Swapo in der westdeutschen Öffentlichkeit darzustellen. Die issa nahm eine breitere Perspektive ein; Ende der 1970er Jahre versuchte sie, einem größeren Spektrum von Gruppen aus dem südlichen Afrika Gehör zu verschaffen; hinzu kam das Bemühen um einen kritischen Blick auf die Vorgänge in der Region, wobei die fraglose Unterstützung der Massenkämpfe nie zur Debatte stand.


Ein besonders schmerzlicher Vorgang betraf die vorgeblichen südafrikanischen Spione, die Swapo während der 1980er Jahre in den Erdlöchern gefangen hielt. Viele Aktivistinnen und Aktivisten bezahlten dies mit ihrem Leben. Das Geschehene wurde erst richtig deutlich, als Überlebende Mitte 1989 während des beginnenden Wahlkampfes vor den Unabhängigkeitswahlen in Windhoek auftraten. Selbst dann fielen die Reaktionen in issa und AAB sehr unterschiedlich aus. Es kam zu massiven Kontroversen. Unter solchen Gesichtspunkten kann schwerlich von einem Erfolg der Bestrebungen nach kritischer Solidarität die Rede sein.

 

Damals war Deutschland noch geteilt, mit der BRD, die zum Westen gehörte, und der DDR im Osten. Wie hat das die Solidaritätsbewegung beeinflusst?

Anders als etwa in den skandinavischen und auch einigen anderen westeuropäischen Ländern stand die Solidaritätsbewegung in Westdeutschland immer in klarem Gegensatz zum Staat und zur Regierung. Das wurde besonders deutlich, als es um die nukleare Zusammenarbeit zwischen der BRD und Südafrika ging. Die überaus engagierte Recherchearbeit einer kleinen Gruppe von Aktivisten, von denen viele in Westdeutschland lebten, brachte diese Geschäfte ans Tageslicht. Die Bundesregierung unter Helmut Schmidt leugnete alles kategorisch und wurde 1994 der Lüge überführt, als die Tatsachen offiziell bekannt wurden. Ich würde sagen, abgesehen vom Dunstkreis der DKP war die DDR für die Aktivisten von geringer Bedeutung. Nur wenige gingen nach Ostberlin, um beispielsweise die dortigen Vertretungen der nationalen Befreiungsbewegungen zu besuchen. Andererseits wurden die Strukturen, die der DKP nahestanden, eindeutig von der DDR am Leben gehalten.

 

Namibia war eine ehemalige deutsche Kolonie. Hat das in der westdeutschen Solidaritätsbewegung überhaupt eine Rolle gespielt, und falls ja, welche?

Aus der Sicht heutiger postkolonialer Debatten und Initiativen kann es erstaunlich scheinen, welch geringe Rolle die koloniale Vergangenheit Deutschlands damals spielte. Natürlich waren die historischen Tatsachen bekannt, aber sie wurden nicht in zusammenhängender Weise thematisiert. So wurde die Bundesregierung selbstverständlich kritisiert, da sie das Konsulat in Windhoek aufrechterhielt oder weil sie alljährlich Kommissionen entsandte, um das deutsche Abitur dort abzunehmen. Doch das bezog sich eher auf die illegale Besetzung Namibias durch Südafrika als auf das Erbe des deutschen Kolonialismus.

 

Namibia wurde zum gleichen Zeitpunkt unabhängig, als der Kalte Krieg endete. Veränderten sich dadurch die Erwartungen, die Solidaritätsaktivist/innen mit Hinblick auf Entwicklungen in den nun unabhängigen Ländern hegten? Wie unterschieden sich diese zum Beispiel im Vergleich mit denen, die man in den Jahren zuvor an neue postkoloniale Staaten wie Mosambik und Simbabwe hatte?

Eine Einschätzung fällt sicher nicht leicht. Manche von uns hatten bereits seit ein paar Jahren die Erfahrung von „Befreiungsbewegungen an der Macht" analysiert. Dabei hatte sich die Kluft zwischen den Träumen und Hoffnungen mancher westlicher Intellektueller und der Wirklichkeit gezeigt. Das bedeutete freilich nicht, dass man bereits am 9. November 1989, beim Fall der Berliner Mauer, den Durchmarsch des Neoliberalismus vorausgesehen hätte. Für die große Mehrheit in der Solidaritätsbewegung, vor allem für die meisten Mitglieder der AAB, stellten sich die Dinge offenbar anders dar. Die Mitgliederzahlen der AAB schnellten Ende der 1980er Jahre in die Höhe, um dann aber ab 1990 etwa genauso schnell wieder abzufallen. Die Annahme liegt nahe, dass viele dieser Menschen meinten, die Sache sei nun glücklich erledigt und sie könnten sich anderen Problemen zuwenden oder schlicht auch ein wenig entspannen. Genau dem versuchten wir bei der issa entgegenzuarbeiten und wiesen auf die Notwendigkeit hin, die Arbeit der an die Macht gelangten Befreiungsorganisationen sorgfältig zu verfolgen. Das hatte offenbar wenig Erfolg, soweit es um den Zerfall der breiteren Bewegung geht. Aber die issa und ihre Zeitschrift afrika süd gibt es noch immer, während AAB seit etwa zwanzig Jahren Geschichte ist.

 

Heike Becker lehrt an der University of the Western Cape, Südafrika, und ist Research Associate am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der FU Berlin. Sie war mehrere Jahre an der University of Namibia beschäftigt. Zuvor war sie Aktivistin der Solidaritätsbewegung.


Reinhart Kößler war bis zu seinem Ruhestand Ende 2015 Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts Freiburg und ist dort Associate Research Fellow, ferner ist er Visiting Professor and Research Associate am Institute of Reconciliation and Social Justice, The University of the Free State, Südafrika.

 

Dieses Interview wurde ursprünglich in englischer Sprache für Review of African Political Economy geführt und in leicht gekürzter Form auf roape.net publiziert. afrika süd dankt ROAPE für die Genehmigung einer deutschsprachigen Veröffentlichung.
Übersetzung: Reinhart Kößler und Heike Becker

Hinweis: Die dunkel hinterlegten Formularfelder sind Pflichtfelder.