Marxsche Gespenster

Heft 4/2016

Südliches Afrika: Kunst

AUSGRABUNG IN DER VERGANGENHEIT EINES ZUKUNFTSENTWURFS. Zur Ausstellung „Things Fall Apart" über „sozialistische Freundschaften", die derzeit in Bayreuth zu sehen ist.

 

Aus dem Sand ragt das Heck eines Schiffes. Grau-braun, von Rostflecken vernarbt, Schiffsschraube und Ruder eingegraben in den Sand. Rostig eingefressen in den zerfallenden Rumpf prangt der Schriftzug: Karl Marx – Luanda.
Der Künstler Kiluanji Kia Henda ergänzt dieses Bild durch Nahaufnahmen der Bordwände zum Triptychon und erzählt anhand der Fotos dieses Fischkutters symbolisch die Geschichte des Sozialismus in Angola – vom Scheitern eines Systems, aber auch von dessen langem Schatten. Dieses Triptychon und das gesamte Werk des 1978 in Luanda geborenen Künstlers spiegeln seine Auseinandersetzung mit der postkolonialen Geschichte seines Landes wider....

 

Lukas Heger

 

Der Autor studiert im Master Kunst und Kuration und anglophone Literaturwissenschaften an der Universität Bayreuth. In seinem Master-Projekt im Rahmen der Ausstellung „Things Fall Apart" erforscht er die DDR und ihre „sozialistischen Freundschaften" mit afrikanischen Staaten und Befreiungsbewegungen.

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