Kasai – lokale und nationale Gewaltspiralen

Heft 3/2017

DR Kongo

IM MÄRZ WURDEN SECHS UN-EXPERTEN IN DER KONGOLESISCHEN PROVINZ KASAI-ZENTRAL GEKIDNAPPT UND BRUTAL ERMORDET. Opfer waren eine Schwedin, ein Amerikaner und vier Kongolesen. Die internationale Öffentlichkeit war erschüttert, denn das Team hatte den Auftrag, Morde aus dem Vorjahr aufzudecken. Es war der erste derartige Übergriff auf eine solche Expertengruppe. Auch internationale Forscher und Journalisten, die im Landesinneren arbeiten wollten, verlangten umgehende Aufklärung. Was war geschehen?

 

Bereits im Februar 2017 sorgte das brutale Vorgehen der Armee in Kasai-Zentral für nationale und internationale Aufmerksamkeit, dazu zirkulierten Bilder in den sozialen Medien. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (UNOHCHR) forderte die kongolesische Regierung auf, die Menschenrechtsverletzungen zu stoppen, die offensichtlich Massenexekutionen durch bewaffnete Truppen umfassten. Zwischen dem 9. und 13. Februar wurden in der Stadt Tshimbulu mindestens 84 Milizionäre umgebracht, in der Umgebung wurden auch Massengräber entdeckt. Im August letzten Jahres begann der sogenannte Kamuina-Nsapu-Aufstand in der Provinz Kasai-Zentral und weitete sich auf die Nachbarprovinzen aus. 400 Tote und 216.000 Vertriebene lautete die Bilanz humanitärer Organisationen im Januar 2017. ...

 

Hans Hoebeke

Der Autor ist Experte für die DR Kongo und arbeitet für die Crisis Group.

 

Die englische Version dieses Textes erschien am 21.3. 2017 als Crisis Group-Kommentar, International Crisis Group, Brüssel. Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit. https://www.crisisgroup.org/

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