Heft 1/2020, Malawi

Landdeals zum Nachteil der Bevölkerung

IN MALAWI BESTEHT EIN ZUNEHMENDER DRUCK, GEMEINDELAND ZU PRIVATISIEREN. Per Gesetz müssten lokale Gemeinden bei Landtransfers ihre Zustimmung geben und entsprechend entschädigt werden. Doch es gibt zunehmende Fälle von Landraub durch wohlhabende asiatische Geschäftsleute, an dem auch Funktionäre der Regierung verdienen.

Maupo Chisambi war 33 Jahre alt, als er 2008 in Malawis Hauptstadt Lilongwe ankam, nachdem er auf seiner verzweifelten Suche nach besseren sozialen und wirtschaftlichen Möglichkeiten kreuz und quer durch das Land gereist war. Insgesamt 229,2 Kilometer legte er von seinem Dorf Loti Chisambi, das zur traditionellen Autorität M'mbelwa im Distrikt Mzimba gehört, bis nach Lilongwe zurück. Einige Monate nach seiner Ankunft in der Hauptstadt beantragte er ein Grundstück bei der Malawi Housing Corporation (MHC), um ein eigenes Haus zu bauen. Außerdem beantragte er ein weiteres Grundstück beim Ministerium für Land, Wohnen und Stadtentwicklung. Doch nach elf Jahren wartet er immer noch darauf, dass ihm von der MHC wie auch vom Ministerium ein Stück Land zugewiesen wird. ...

Watipaso Mzungu

Der Autor ist freiberuflicher Journalist und Fotograf aus Lilongwe, Malawi

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