Heft 1/2021, Simbabwe

Das vertrackte Privatisierungsproblem

DER UMGANG MIT PRIVATISIERUNG IST EINE KOMPLEXE ANGELEGENHEIT IN SIMBABWE. Die Umstrukturierung oder Reform der staatlichen und halbstaatlichen Unternehmen in Simbabwe steht seit Anfang der 90er-Jahre auf der Tagesordnung der Regierung. Die Vorschriften zur Privatisierungspolitik wurden in vielen afrikanischen Ländern weitgehend als Bedingungen für den Zugang zu Zahlungsbilanzhilfen eingeführt. In Simbabwe wurde die Privatisierung hauptsächlich im Rahmen des wirtschaftlichen Strukturanpassungsprogramm des IWF vorangetrieben.

Es wird geschätzt, dass etwa 70 Prozent aller in den 1980er-Jahren und insbesondere für Subsahara-Afrika gewährten Strukturanpassungsdarlehen eine Privatisierungskomponente enthielten. Landesweit gibt es in Simbabwe 107 staatliche und halbstaatliche Unternehmen (State Owned Enterprises and Parastatals, SEPs), die nach einem Höchststand von 40 Prozent in den neunziger Jahren heute nur noch 12 Prozent zum BIP beitragen. Die Klassifizierung von SEPs nach ihrer Rentabilität, ihrer strategischen, sozialen oder entwicklungspolitischen Rolle ist von entscheidender Bedeutung, da sie den Umgang mit einem SEP während einer Umstrukturierung bestimmt. ...

Vince Musewe

Der Autor ist ein freiberuflicher simbabwischer Wirtschaftswissenschaftler.

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