Heft 1/2022, Mosambik

Ein Land in der Dauerkrise

MISSWIRTSCHAFT, KORRUPTION UND VERSTECKTE KREDITE IN MOSAMBIK. Für die Schuldenkrise Mosambiks tragen sowohl die Regierung als auch internationale Gläubiger die Verantwortung. Die Schuldenkrise galt nach einem Schuldenerlass ab 2006 als überwunden. Doch seit einem Skandal um „versteckte Schulden" gilt das Land seit 2014 wieder als Problemfall. Die Coronakrise verschlimmert die Situation weiter, die Bedienung der Schulden schränkt den finanziellen Spielraum der mosambikanischen Regierung ein. Die internationalen Gläubiger sind sich ihrer Verantwortung noch nicht vollends bewusst.

Nachdem die Staatsverschuldung Mosambiks zwischen 2000 und 2005 nicht tragfähig war, verzeichnete das südostafrikanische Land zwischen 2006 und 2014 eine positive Entwicklung. Lag die Verschuldung im Jahr 2000 noch bei etwa 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), sank sie bis 2011 auf 37,5 Prozent ab. Das Wirtschaftswachstum lag in dieser Zeit bei rund sieben Prozent jährlich und nährte die Hoffnung auf einen mittel- bis langfristig nachhaltigen Wachstumskurs. Ab 2014 jedoch änderte sich das Bild. 2015 stieg die Verschuldung sprunghaft von 55,4 Prozent auf 88,1 Prozent des BIP an, bis 2020 waren es bereits 113,7 Prozent. Die Auslandsschuld belief sich 2018 auf mehr als 15 Mrd. US-Dollar. ...

Adriano Nuvunga

Aus dem Portugiesischen von Tobias Lambert.

Der Autor ist Direktor des Centro Para Democracia e Desenvolvimento (CDD) in Mosambik.
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus südlink 98, Inkota-Netzwerk

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