Herausforderungen und Chancen kleiner und mittlerer Unternehmen in Simbabwe
Von Vince Musewe
Offiziellen Statistiken zufolge machen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Simbabwe etwa 90 Prozent aller Unternehmen des Landes aus und tragen rund 60 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt und mehr als 50 Prozent zur Beschäftigung bei. Dies schließt formelle und informelle KMU ein. Ihre Bedeutung geht über den wirtschaftlichen Beitrag hinaus, da sie den schwächsten Teilen der Bevölkerung eine Existenzgrundlage bieten.
Infolge der raschen Deindustrialisierung Simbabwes im letzten Jahrzehnt ist der informelle Sektor, der hauptsächlich aus KMU besteht, erheblich gewachsen. Heute dominiert er die Wirtschaftstätigkeit. Dies hat eine Reihe von Herausforderungen mit sich gebracht, da die formelle Wirtschaftspolitik wenig Einfluss auf diesen unregulierten, sehr innovativen und kreativen Sektor hatte, dessen Hauptziel es ist, in einem instabilen und unbeständigen wirtschaftlichen Umfeld um jeden Preis zu überleben. Steigende Inflation, instabile Wechselkurse, Devisenknappheit und Defizite in der öffentlichen Infrastruktur, vor allem in den Städten, haben die Produktionskosten in die Höhe getrieben, die Anreize für produktivitätssteigernde Investitionen verringert und die Informalität sogar gefördert. Weitverbreitete Unternehmensschließungen und Arbeitsplatzverluste haben viele erwerbsfähige Arbeitnehmer*innen gezwungen, ihren Lebensunterhalt durch informelle Tätigkeiten zu bestreiten. Der KMU-Sektor in Simbabwe wird daher von informellen Unternehmen dominiert, was mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist. ...
Vince Musewe ist ein freiberuflicher simbabwischer Wirtschaftswissenschaftler.

