Heft 2/2018, Südafrika: Film

Die Wunde

DER SÜDAFRIKANISCHE SPIELFILM „THE WOUND/INXABA" behandelt emotional aufgeladene Themen: Jungeninitiation und Homosexualität. Er fokussiert auf die Maskulinität und Identität Xhosa-sprachiger Männer. Der Film, der Anfang 2017 seine Weltpremiere feierte, hat zahlreiche internationale Preise gewonnen. An der Nominierung zum besten fremdsprachigen Film beim Oscar 2018 ist er nur knapp gescheitert.

Xolani ist Anfang dreißig, ruhig und in sich gekehrt. Er arbeitet als Lagerist im provinziellen Queenstown. Sein wohlhabender Onkel aus Johannesburg übergibt ihm seinen Sohn zur Initiation – weil Kwanda „zu weich" sei. Das traditionelle Beschneidungsritual der jungen Xhosa-Männer soll dies korrigieren. Xolani akzeptiert und erhält ein Bündel Geldscheine dafür. Wenig später nimmt ein „Mediziner/Beschneider" an einem abgelegenen Ort in der Wildnis bei jedem der jungen Männer den schmerzhaften Schnitt vor, wonach die zu Initiierenden laut „Ich bin ein Mann" rufen und dann ihren „Mentoren" übergeben werden. ...

Doris Senn

Die Autorin ist Filmwissenschaftlerin, freie Filmjournalistin und Mitglied der Filmkommission der Stadt Zürich.

Diese Filmkritik erschien erstmals am 12.9.2017 im Filmbulletin, Printausgabe 6/2017
http://www.filmbulletin.ch/full/filmkritik/2017-9-12_wound-inxeba/
Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit.

Sie möchten gerne weiterlesen?

Bestellen Sie das Einzelheft oder ein Abonnement von afrika süd.