Heft 2/2020, DR Kongo

Neue Filiale des Islamischen Staates?

DIE DR KONGO IST ANFÄLLIG FÜR DIE DSCHIHADISTISCHE EXPANSION INS ZENTRALE UND SÜDLICHE AFRIKA. Ein schwacher Staat, Korruption, Ineffizienz der UN-Truppen und eine unklare Haltung der Landesarmee bereiten islamistischen Kämpfern im Kongo den Weg. Im Januar wurde die Basis des lokalen Verbündeten des IS eingenommen. Doch dies ist noch nicht das Ende der Geschichte.
Die Beschreibung der Lage in der DR Kongo ist Teil 2 einer Folge von Beiträgen, die sich mit der potenziellen Ausbreitung des Dschihad in das zentrale und südliche Afrika beschäftigen. In afrika süd Nr. 1, 2020, berichteten wir über die Zentralafrikanische Republik.

Nun ist es offiziell: Der Islamische Staat (IS) ist in der Demokratischen Republik Kongo präsent. Am 18. April 2019 bekannte sich der IS zu fünf Angriffen der Allied Democratic Forces (ADF) in der Region Beni in der Provinz Nord-Kivu. Der wichtigste davon richtete sich gegen Baracken der kongolesischen Armee am 16. April 2019. Die ADF operieren heute unter dem Namen Madinat Tawhid wa-l-Muwahidin (MTM, „Die Stadt des Monotheismus und der Monotheisten") und ihre Angriffe wurden dem Islamischen Staat zugerechnet. Dieser zeigte in einem Video seinen verstorbenen Führer Abu Bakr Al-Baghdadi, wie er Berichte über die weltweiten Aktivitäten der Organisation erhält, darunter auch aus der zentralafrikanischen „Wilaya" (Provinz) des IS. Später bekannte sich der IS zu 15 weiteren Vorfällen, darunter eine Attacke nahe Goma am 3. Juni, während der 25 Soldaten verletzt oder getötet wurden. ...

François Misser

Der Autor ist in Brüssel ansässiger Experte für Zentralafrika und Korrespondent für den BBC und verschiedene Zeitungen.

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