Heft 2/2020, Afrika: Covid-19

Weg von den Elendsgeschichten

WIE SCHREIBT MAN IN ZEITEN VON CORONA ÜBER „SO EIN LAND"? Mehr denn je ist es heute notwendig, sich beim Schreiben über Afrika nicht nur auf Zerstörung und Hoffnungslosigkeit zu fokussieren, sondern auf Geschichten von Schönheit, Erfolg, Würde, Liebe und Lachen.

Eines unvergesslichen Abends im Jahr 2013 sah ich hunderte stolzer Eltern Schlange stehen, um in einer angemieteten Aula dem großen Finale des Schultheaterstücks ihrer Kinder beizuwohnen. Als die Vorstellung losging, begann das Publikum zu leuchten. Mamas und Papas holten ihre Tablets hervor, um ihre Kleinen zu filmen, wie sie da als Bäume, Häschen und Schmetterlinge verkleidet über die Bühne tanzten und stolperten. Am nächsten Tag waren die sozialen Medien überschwemmt mit Mitschnitten, Selfies und offiziellen Fotos vom vorigen Abend, für die man auf einem echten roten Teppich posiert hatte, den die Schule eigens dafür besorgt hatte. ...

Jess Auerbach

Die Autorin ist postgraduierte Wissenschaftlerin an der Universität Stellenbosch, Südafrika. Sie hat in Stanford promoviert, hat einen Master der University of Oxford und einen Bachelorabschluss der University of Cape Town. Sie ist Autorin von 'From Water to Wine: Becoming Middle Class in Angola' (University of Toronto Press, 2020).
Ihr Beitrag erschien am 19.3.2020 auf africanarguments.org:
https://africanarguments.org/2020/03/19/writing-about-that-kind-of-country-in-a-time-of-coronavirus/#

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