Heft 2/2021, Malawi

Aller Anfang ist schwer

MALAWI NACH DEM REGIERUNGSWECHSEL

Mitte des vergangenen Jahres schrieb Malawi Geschichte: Nach der aufgrund weitreichender Unregelmäßigkeiten gerichtlich annullierten Präsidentschaftswahl von Mai 2019 kam es bei der Wiederholungswahl am 23. Juni 2020 zu einer Überraschung: Der Kandidat der Opposition, Lazarus Chakwera, gewann mit einem deutlichen Vorsprung von fast 20 Prozent der Stimmen. So ein Vorgang ist in Afrika bisher einzigartig.

Mit Chakwera kam erstmals seit dem Ende der Diktatur unter Hastings Banda (1994) ein Politiker der ehemaligen Einheitspartei Malawi Congress Party (MCP) an die Regierung. In den vergangenen 25 Jahren hatte sich die MCP durchweg als verfassungstreue größte Oppositionspartei im Parlament behauptet. Die demokratische Grundausrichtung der Partei wurde auch durch einen umfassenden Generationswechsel vollzogen. Der Theologe und Pastor Chakwera kam als politischer Seiteneinsteiger 2013 an die Spitze der MCP und gilt in Hinblick auf die Diktatur als unbelastet. Allerdings hat die MCP mit ihrem Gründungsvater, dem Diktator Banda, nicht gebrochen. Im Gegenteil: Er wird als Staatsgründer weiter offiziell verehrt und glorifiziert. Abgesehen davon ist die heutige MCP mit der Einheitspartei nicht mehr vergleichbar. ...

Heiko Meinhardt

Der Autor ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Consultant und Wahlexperte. Zahlreiche Publikationen, u. a. zu Malawi.

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