Heft 2/2022, Südafrika

Erster mRNA-Impfstoff „made in Africa“

LÄNDER IN AFRIKA ARBEITEN AN EIGENEN COVID-19-IMPFSTOFFEN. Die Corona-Pandemie hat die bestehenden Machtverhältnisse auch durch die ungleiche Impfstoffverteilung erneut deutlich gemacht. Nur etwa ein Prozent der auf dem Kontinent genutzten Impfstoffe wird lokal hergestellt. Man ist auf die teilweise subventionierten Importe oder teure Lizenzvereinbarungen angewiesen. BioNTech plant sogar den Export eigener Impfstoffstraßen in Containerform. Jetzt geht der Kontinent eigene Wege. Die Afrikanische Union hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Eigenproduktion an Impfstoffen bis 2040 auf 60 Prozent zu erhöhen. In Südafrika gibt es bereits konkrete Entwicklungen und Lösungsansätze. In der angeheizten Patent-Debatte wird dabei ein Mittelweg zwischen Open-Source und Profit eingeschlagen.

Petro Terblanche erinnert sich noch gut an einen Besuch von BioNTech-Vertretern im südafrikanischen Kapstadt. Der Plan ihrer Firma, Afrigen Biologics & Vaccines, den ersten mRNAImpfstoff Afrikas herzustellen, war offenbar auf Interesse gestoßen. Doch statt Unterstützung, Technologie- und Informationsaustausch habe das deutsche Unternehmen angeboten, einen „Container in Südafrika aufzustellen", sagt die Afrigen-Direktorin. Deutsche Experten sollten demnach für die, laut Konzern, „sehr komplizierte" Produktion des Impfstoffs eingeflogen werden. Auch Übernahmeangebote habe Afrigen von Pharmakonzernen erhalten. ...

Leonie March

Die Autorin ist freie Journalistin mit Sitz in Durban und Vorsitzende des Netzwerks freier Auslandskorrespondenten weltreporter.net.
Der Beitrag erschien am 18.2.22 bei Riffreporter
https://www.riffreporter.de/de/international/afrika-entwickelt-corona-impfstoff-konflikt-patent-schutz

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