Heft 2/2024, Simbabwe

Umbenennung kolonialer Ortsnamen

Die Umbenennung von Orten und die Verwendung inoffizieller Alternativnamen dienen als Schauplätze des Widerstands gegen den Kolonialismus und zur Bekräftigung der kulturellen Identität. Die Autorin zeigt dies am Beispiel von Bindura in Simbabwe auf.
Von Dr. Dorcas Zuvalinyenga

Eines der prägnantesten Beispiele für die Entkolonialisierung ist die Umbenennung von Orten, denn Namen sind mächtige Symbole. Durch die Änderung von Ortsnamen können die Menschen ihre Geschichte und Identität zurückfordern. Besonders wichtig ist dies an Orten, die kolonisiert wurden, da die Namen von Orten oft die Geschichte und Kultur der Kolonialmächte widerspiegeln und nicht die der Menschen, die dort leben. In Simbabwe zum Beispiel wurden, beginnend mit dem Namen des Landes selbst, viele Städte, Dörfer, Straßen und andere öffentliche Plätze umbenannt, um die neue dekoloniale Identität des Landes widerzuspiegeln.

Bindura ist einer der Orte, an denen dieses dekoloniale Bestreben deutlich zu erkennen ist. Während der Kolonialzeit hieß der Ort Kimberley Reefs, wurde aber später in Bindura umbenannt, was auf Pindura Mhuka (Shona, „das Spiel umdrehen") zurückgeht. Diese Umbenennung war notwendig, um die koloniale Identität, die mit „Kimberley Reef" verbunden war, loszuwerden und eine neue, dekoloniale anzunehmen, die die Mehrheit der Einwohner:innen der Stadt widerspiegelte. Darüber hinaus wurden auch Straßen nach Helden des Befreiungskampfes umbenannt. ...

Dr. Dorcas Zuvalinyenga ist Forscherin für angewandte Soziolinguistik, die sich auf Studien zur Namensgebung spezialisiert hat.

Siehe auch: "We shall know a place by its names": Co-existing place names in Bindura, Zimbabwe, Open Edition Journals 53/2020

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