Heft 3/2018, Afrika: Film

„Black Panther“: Endlich ein schwarzer Superheld

DIE COMIC-VERFILMUNG „BLACK PANTHER" BEGEISTERTE KRITIKER UND PUBLIKUM. Dabei lebt der Film, der im Februar 2018 in die Kinos kam, von seiner Doppeldeutigkeit. Wer ist hier wirklich der Gute, und wer ist der Böse?

Auf einen Film wie Black Panther haben wir gewartet, wenn auch Black Panther nicht der Film ist, auf den wir gewartet haben. Wie das? Das erste Zeichen seiner Doppeldeutigkeit ist die Tatsache, dass die Comic-Verfilmung über das gesamte politische Spektrum hinweg begeistert begrüßt wird: von den Verfechtern der schwarzen Emanzipation, die in ihm die erste große Hollywood-Manifestation schwarzer Macht sehen, über genügsame Linksliberale, die mit seiner vernünftigen Lösung sympathisieren – Bildung und Hilfe statt Kampf –, bis zu einigen Alt-Right-Vertretern, die in der Behauptung einer schwarzen Identität und Lebensweise mühelos eine weitere Version von Trumps „America first" erkannten. Wenn sich alle Seiten im selben Produkt erkennen, können wir sicher sein, dass dieses Produkt Ideologie in Reinform verkörpert. ...

Slavoj Žižek

Der Autor ist ein aus Slowenien stammender Philosoph, Kulturkritiker und und nichtpraktizierender Psychoanalytiker. Bekannt geworden ist er durch seine Übertragung des Denkens Jacques Lacans und des Marxismus in die Populärkultur und die Gesellschaftskritik. Žižek ist unter anderem Professor für Philosophie an der Universität in Ljubljana und Director des Birkbeck Institute for the Humanities an der University of London.

Aus dem Englischen von Michael Adrian.
Der Beitrag erschien zuerst in der Zeit Nr. 10/2018, 1. März 2018.

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