Heft 3/2022, Namibia

Russische Uran-Exploration gefährdet Namibias Grundwasser

Eine Tochter des russischen Atomkonzerns Rosatom will im Stampriet Artesischen Becken in der Süd-Kalahari Uran abbauen. Umweltorganisationen wie Earthlife Namibia warnen vor der Gefährdung des knappen Grundwassers.

Von Bertchen Kohrs und Stefan Cramer.

Namibias natürliche Umwelt wird durch viele Fehlentscheidungen und -entwicklungen geschädigt. Illegales Abholzen und der Export geschützter Bäume sind ein ständiges Problem; der umstrittene Phosphatabbau vor Namibias Küste durch Namibian Marine Phosphate, hauptsächlich im Besitz des in Oman ansässigen Unternehmens Mawarid Mining mit nur geringer namibischer Beteiligung, steht seit vielen Jahren in der Diskussion. Die Öl- und Gasexplorationen und die seismischen Untersuchungen durch die kanadische Erdölgesellschaft ReconAfrica im artenreichen und fragilen Wildgebiet im Norden Namibias und Botsuanas sind schon jetzt eine Katastrophe. Alle diese Projekte haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt und damit einhergehend auf die Bewohner:innen der jeweils betroffenen Umgebung.
Nun kommt ein weiteres Problem hinzu. Headspring Investments, eine Tochterfirma des russischen Atomriesen Rosatom, sucht bereits seit über zehn Jahren nach Uran in Namibia, in einer Gegend, in der das Wasser des Stampriet Artesischen Beckens (SAB) die einzige Trinkwasserressource für viele Einwohner:innen Namibias und darüber hinaus ist. Bisher war kaum bekannt, dass es dort Uranlagerstätten gibt, angeblich sogar mit beachtlichen Konzentrationen von bis zu 4.000 ppm. Der Preis für Uran war nach der Fukushima-Tragödie für viele Jahre extrem niedrig und hat sich nun wieder etwas erholt, zwar nicht in dem Maße wie vor der Havarie in Japan, aber immerhin ist die Gewinnung von Uran wieder lohnend für den Bergbau geworden. Zum wiederholten Mal wird Namibia von internationalen Investoren überfallen. Der Krieg in der Ukraine hat die Spekulation um Uran-Ressourcen weiter angeheizt.

Headspring Investments will das Uran mit einer bisher in Namibia nicht erprobten Methode abbauen. Die Firma will die sogenannte In-situ-Laugung (ISL) anwenden, eine Methode, bei der, laut Experten, zweifellos die Kontamination des Grundwassers mit Uran und anderen Schwermetallen in Kauf genommen wird, die die Trinkwasserversorgung nicht nur Namibias, sondern auch von Teilen des westlichen Botsuanas und des nördlichen Südafrikas gefährden wird. Es kann nicht genug betont werden, dass das Stampriet-Wasser die einzige Trinkwasser-Ressource ist, die der Bevölkerung in der weiteren Umgebung zur Verfügung steht. Bisher befindet sich das Projekt in der Explorationsphase.

Bei der ISL wird uranhaltiges Erz nicht wie üblich durch Tiefbau oder in einem Tagebau aus seiner geologischen Lagerstätte entnommen und das Uran durch chemische Prozesse extrahiert, wie es von den namibischen Uran-Bergwerken praktiziert wird. Stattdessen wird eine Säure durch hohen Druck über Bohrlöcher in die Erzlagerstätte gepresst. Dadurch wird das Uran aus dem Gestein gelöst. Die uranhaltige Flüssigkeit, die dabei entsteht, wird dann über andere Bohrlöcher an die Oberfläche gepumpt. Bei der ISL findet der Abbau von Uran also rein unterirdisch statt. Oberirdisch sind unmittelbar keine Anzeichen von Verschmutzung erkennbar; die langfristigen Auswirkungen werden daher oft erst viel später bemerkt. Und dann ist es meist zu spät, um gegenzusteuern.

In-situ-Laugung kann nur angewendet werden, wenn sich die Uranlagerstätte in einem porösen Gestein befindet, das von undurchlässigen Gesteinsschichten umgeben ist, was angeblich in diesem Fall teilweise zutrifft. Headspring Investments behauptet, dass ISL die einzige Methode sei, Uran in einer wasserreichen Gegend zu gewinnen.

Alle sedimentären Uranlagerstätten in Namibia kommen in Sandsteinen vor, die fast immer wegen ihrer großen Porosität und Permeabilität gute Grundwasserleiter sind. In den dazwischen liegenden Gesteinsformationen ist das nicht der Fall. Alle ISL-Projekte gehen davon aus, dass die Grundwasserleiter vollständig durch undurchlässige Schichten abgedichtet sind und damit das oberflächennahe Trinkwasser nicht kontaminiert werden kann. Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es aber immer Wege, durch die das Trinkwasser erreicht wird. Gerade durch die Bohrungen werden oft Leckstellen geschaffen, wodurch es zur sogenannten Kreuzkontaminierung kommt. Darum müssen Erschließungen jeglicher Art im Sandstein des Grundwasserleiters verhindert werden.

Dazu kommt: Die International Atomic Energy Agency (IAEA) warnt, dass Explorations- und Produktionsbohrungen immer feines Gesteinspulver freisetzen, das Uran und radioaktive Zerfallsprodukte des Urans in das Trinkwasser entlässt.

Genau das ist die große Sorge um die Gefahr der radioaktiven Verunreinigung des Grundwassers und des oberflächennahen Trinkwassers. Es stößt auf absolutes Unverständnis vonseiten der Betroffenen und Umweltschützer:innen wie wir, dass die Regierung so ein Projekt gutheißt, obwohl unsere Verfassung doch den Schutz der Umwelt zwingend vorschreibt.


Umweltschutz in der Verfassung verankert

Die Verfassung der Republik Namibia ist in der Tat ein außergewöhnliches Dokument, indem sie den Schutz der Umwelt vorschreibt. Nur wenige Länder haben eine entsprechende Klausel in der Verfassung.
Artikel 95
Der Staat hat das Wohlergehen des Volkes aktiv zu fördern und zu erhalten, indem er unter anderem eine Politik betreibt, die Folgendes anstrebt:
(l) ökologische Systeme, essenzielle ökologische Prozesse und die biologische Vielfalt Namibias zu erhalten und eine nachhaltige Nutzung seiner natürlichen Rohstoffe zum Wohle aller Namibier, der jetzigen wie auch der zukünftigen Generationen zu ermöglichen: insbesondere ergreift die Regierung Maßnahmen gegen das Lagern und Wiederaufbereiten von ausländischen, atomaren und giftigen Abfällen auf namibischem Territorium.


Das unterirdische Wassernetz ist auf Grund des porösen Sandsteins mit zahlreichen Grundwasserleitern verbunden. Die namibische Süd-Kalahari ist von diesem Wassernetz abhängig, das bis ins westliche Botsuana und nördliche Südafrika reicht. Der Schaden durch die Kontamination wird weitreichend sein, viele Menschen werden die Grundlage ihrer Existenz verlieren, zumal diese Gegend zu den wichtigsten und ertragreichsten landwirtschaftlichen Produktionsstätten in Namibia zählt, wobei die einzige Süßwasserquelle Gefahr läuft, verseucht zu werden.

Experten sagen, dass ohne jeden Zweifel das Grundwasser in Mitleidenschaft gezogen wird, weil es technisch und praktisch völlig unmöglich ist, das gesamte Uran, das durch die Säure-Injektion unterirdisch gelöst wird, durch die Förderbohrungen an die Oberfläche zu holen. Selbst bei der Extraktion des Urans aus der Lösung gibt es keine Garantie, dass 100 Prozent des Urans herausgefiltert werden. Berichte der IAEA besagen, dass 1-2 Prozent Uran aus der zutage geförderten Flüssigkeit wieder in den Boden gepumpt werden. Das bedeutet in der Praxis, dass ein nicht unerheblicher Teil des gelösten Urans nicht gefördert, sondern erst durch ISL mobilisiert wird und im Grundwasserstrom verschwindet, also das umgebende Grundwasser mit Uran kontaminiert. Aus Erfahrungen in anderen Ländern ist bekannt, dass 20-40 Prozent des gelösten Urans im Grundwasser verbleiben und das Wasser für unabsehbare Zeit ungenießbar machen, für Menschen, Tiere und jede Art von landwirtschaftlichem Nutzen. Außerdem löst die Säure-Injektion nicht nur Uran, sondern auch viele andere im Sandstein vorhandene Schwermetalle, die ebenfalls nicht vollständig zurückgewonnen werden können. Das bedeutet noch mehr Kontamination!

Wir können uns glücklich schätzen, dass Dr. Roy Miller, ein erfahrener Geologe in Namibia, mit seinen wissenschaftlich fundierten Vorträgen Einsicht in dieses Verfahren und die zu erwartenden Folgen gibt. Er warnt eindringlich vor dem Projekt. Eine extreme Verschmutzung des Grundwasserleiters im artesischen Becken von Stampriet werde unvermeidbar sein. Dr. Müller verlangt, das Projekt zu stoppen. Ähnlich äußern sich die Betroffenen und wir Umweltschützer:innen (z.B. Earthlife Namibia).

In-situ-Laugung ist im benachbarten Südafrika aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Dort herrschen sehr strenge Grundwasser-Schutzgesetze. Namibia ist mindestens ebenso wassergestresst und sollte auch entsprechende Gesetze zum Erhalt des Grundwassers durchsetzen. Bereits erteilte Bohrgenehmigungen sollten regelmäßig von Expert:innen überprüft, Bohrungen kontrolliert und Grundwasserproben analysiert werden. Wenn in einer Probe aus einem Überwachungsbrunnen Uran festgestellt wird, bedeutet dies den unwiederbringlichen Verlust einer eh schon prekären Grundwasserversorgung.

Warum hat Headspring sich für ISL entschieden?

Die Namibische Regierung rühmt sich, investorenfreundlich zu sein. Allerdings fehlen bekanntlich zur Implementierung der an sich guten Umweltgesetze die nötigen Kapazitäten wie fachliche Expertise, Finanzen und – ich wage zu sagen – politischer Wille. In einer kürzlichen Ansprache an das Kabinett warnte Präsident Hage Geingob wiederholt vor Korruption.

ISL hat wichtige Vorteile für die Bergbaugesellschaften, während Umwelt und Menschen schwer unter der Anwendung leiden. Die Methode ist auf Grund der niedrigen Produktionskosten billiger als der herkömmliche Tagebau, und der gesamte Prozess der Urangewinnung ist in bedeutend kürzerer Zeit zu schaffen. Headsprings behauptet, durch ISL werde die geologische Beschaffenheit des Untergrunds nicht verändert und es handele sich dabei um die umweltfreundlichste Abbaumethode. Das ist eine krasse Lüge. Bereits vor dem Abbau von Uran gibt es Beschwerden von Landwirten, auf deren Land Bohrungen zur Exploration stattfinden. Die Bohrlöcher werden laut ihren Berichten nicht vorschriftsgemäß oder gar nicht wieder geschlossen. Außerdem wird der radioaktive Bohrstaub nicht ordnungsgemäß entsorgt.

Weltweit sind derzeit viele neue Projekte für ISL von Uran in Planung. Headspring Investments wendet diese Methode seit über 40 Jahren in Kasachstan an. Das dortige Grundwasser kann wegen der starken Salinität ohnehin nicht genutzt werden, weshalb wenig Widerstand von Seiten der Zivilbevölkerung stattfindet. Allerdings wurde auch dort eine breite Sicherheitszone angelegt, innerhalb derer kein Trinkwasser gewonnen werden darf. Es ist natürlich ein Unterschied, ob ein solches Projekt in einer Region stattfindet, in der das Grundwasser schon zuvor nicht genutzt werden konnte, oder in einem landwirtschaftlich und touristisch genutztem Gebiet in Namibia, dessen Lebensgrundlage das Grundwasser ist.

Dr. Miller weist in seinen Vorträgen auf das hohe Risiko hin, dem die lokale Bevölkerung durch radioaktive Strahlung ausgesetzt sein wird. Besonders tückisch ist, dass diese unsichtbar, geruch- und geschmacklos ist und die exponierten Menschen jahrelang nichts von der Gefahr ahnen, bevor sie gesundheitliche Probleme bekommen. Das Problem ist dabei weniger die Stärke der radioaktiven Strahlung, die von den Lagerstätten und ihrer Gewinnung ausgeht, als das Risiko, feinste Partikel mit der Atemluft oder dem Trinkwasser aufzunehmen. Diese verbleiben im Körper (zum Beispiel in der Lunge) und können hier durch den radioaktiven Zerfall über Jahre langfristige Strahlenschäden anrichten.

Der Firma Headspring wurden vor etwa 10 Jahren Lizenzen zur Suche nach abbauwürdigen Mineralien in der Gegend ausgestellt; allerdings war in dem Antrag keine Rede von radioaktivem Material. Die Lizenzen wurden trotzdem verlängert. Allerdings hat der Minister für Landwirtschaft, Wasser und Landreform, Calle Schlettwein, im November 2021 zwei der vielen Bohrlizenzen mit der Begründung entzogen, dass die in den Dokumenten enthaltenen Bedingungen von Headspring nicht eingehalten wurden.

Minister Schlettwein sprach über die Notwendigkeit der Reinhaltung unserer Wasserressourcen und warnte, dass die geplanten Uran-Explorationen im Stampriet-Gebiet die Grundwasser-Aquifere verschmutzen können. Es dürfe niemals ein Wettbewerb des Bergbaus um Trinkwasserreserven stattfinden. Das sind starke Worte und erweckten echte Hoffnung. Auf unsere Frage an das Ministerium, ob die Bohraktivitäten in der Tat gestoppt wurden und ob das Projekt damit beendet sei, gab es keine Antwort. Offenbar stimmt das Bergbau-Ministerium dem Entzug der Lizenzen nicht zu. Wir warten gespannt darauf, dass die beiden „Kontrahenten" sich einig werden, hoffentlich im Sinne der Umwelt.

Bedenklich stimmt, dass es von Regierungsseite letztlich sehr still geworden ist. Wir haben solches Schweigen schon mehrfach als schlechtes Signal erlebt, wonach plötzlich neue Lizenzen erteilt wurden. Die Befürchtung ist gerechtfertigt, dass dieses Projekt umgesetzt wird, bevor die ökologischen und sozialen Grundlagen richtig angegangen und verstanden worden sind.
Es wird vermutet, dass weitere Prospektoren, wenn auch unter anderem Namen registriert, mit Headspring Investments, also mit Rosatom, in Verbindung gebracht werden können.

Sanierung nach ISL kaum möglich

Headspring-Sprecher Andrey Shutov sagte in einem im Dezember 2021 aufgezeichnetem Interview mit der Namibia Daily News, die natürliche Landschaft werde nur minimal verändert und das Grundwasser am Standort des Uranbergbaus nehme im Laufe der Zeit wieder seinen ursprünglichen Zustand an. Zudem würden nach Stilllegung die technischen Anlagen abgebaut und die Böden saniert, womit das Gebiet für die weitere Nutzung für andere Zwecke, z. B. Landwirtschaft, bereit sein werde.

Unsere Recherchen haben allerdings ergeben, dass nach Beendigung einer ISL die anfallenden noch uranhaltigen und damit radioaktiven Abfallschlämme über einen sehr langen Zeitraum von etwa 200.000 Jahren sicher entsorgt werden müssen. Auch das durch die Auslaugung kontaminierte Grundwasser muss saniert werden. Ein solches Unterfangen ist ein sehr langwieriger, komplizierter und kostspieliger Prozess, der tiefgreifende Kenntnisse erfordert. In Königstein (Sachsen) etwa hat die Sanierung der Uranlagerstätten der WISMUT AG 30 Jahre gedauert und mehr als 6,5 Mrd. Euro verschlungen. In Stráz pod Ralskem in Tschechien sind nach ISL von 1967 bis 1996 fast 300 Millionen Kubikmeter Grundwasser mit Uran kontaminiert. Die Reinigung ist laut ausgiebigen Forschungen aufwendig und wird wohl bis 2042 dauern. Die Kosten werden mehr als 2 Mrd. Euro betragen. Trotzdem ist es technisch praktisch unmöglich, die Qualität des Grundwassers wieder auf den Stand vor dem Bergbau zu bringen.

Die Aussagen von Headspring Investments sind daher als besonders zynisch zu bewerten, wenn man in Betracht zieht, dass die Verantwortlichen (die namibische Regierung) sich nur zu gerne von der Harmlosigkeit des Projekts überzeugen lassen. Niemand wird in Namibia solche Finanzmittel zur Verfügung stellen, um die Umwelt zu reinigen.

Widerstand durch die Zivilgesellschaft

Earthlife Namibia hat es sich zur Aufgabe gemacht, die namibische Bevölkerung über Entwicklungsprojekte, die häufig weitgehend unbemerkt bleiben, ausreichend zu informieren, damit sie ihr Mitspracherecht gut vorbereitet einfordern und, wenn nötig, Widerstand leisten kann. Aufgrund mangelnder Transparenz von Seiten der Projektentwickler und Investoren sind die Bürgerinnen und Bürger in der Regel wenig bis gar nicht informiert, was in ihrem Land, mit ihrer Umwelt und mit ihnen selbst geschieht, bis es oft zu spät ist. Unsere Appelle an die Regierung bleiben in der Regel unbeantwortet. Umweltaktivist:innen wie wir sind der Regierung offensichtlich ein Dorn im Auge.

Die Menschen der näheren und weiteren Umgebung von Leonardville, Stampriet und Aranos sind höchst besorgt um ihre Zukunft, falls die Regierung Headspring grünes Licht erteilt und das Projekt genehmigt. Zweifellos wird dadurch das Grundwasser verseucht und damit die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung gefährdet. „Das Projekt muss gestoppt werden", wie Dr. Roy Miller einmal mehr bei einem kürzlichen Vortrag in Stampriet vor der Farmergemeinschaft unmissverständlich verlangte.

Der Namibische Landwirtschaftsverband hat bereits das Stampriet Aquifer Uranium Mining Committee (SAUMC) gegründet und laut einem Pressebericht an die Regierung appelliert und auf die schlimmen Folgen aufmerksam gemacht. Das Komitee bemüht sich weiter um Informationen und mobilisiert die betroffenen Gemeinschaften. Landwirte aus der Umgebung wollen auf eigene Kosten Bohrlöcher anlegen und die Grundwasserqualität untersuchen lassen. Diese Qualitätskontrollen sind jedoch in namibischen Labors nicht durchführbar, sondern müssen in Südafrika erfolgen. Wir hoffen, dass die Analysen nicht an den hohen Kosten scheitern werden. Es wäre Aufgabe von Headspring gewesen, Hintergrunddaten des Grundwassers zu ermitteln, damit die Kontamination während der Urangewinnung besser erfasst werden und nachher nicht behauptet werden kann, die Kontamination sei natürlichen Ursprungs.

Lizenzen zum Explorieren sind schon vor etwa zehn Jahren an Headspring Investments erteilt worden. Es ist unfassbar, wie leichtsinnig unsere Regierung mit der kostbaren Ressource Wasser umgegangen ist und es noch immer tut. Eine Regierung, der das Wohl ihres Landes und seiner Bewohner am Herzen liegt, darf solche Projekte nicht erlauben.

Wasser ist Leben! Das dürfen wir niemals vergessen. Wir haben die Pflicht, unser Wasser nach allen Regeln der Kunst zu schützen.

Bertchen Kohrs ist Vorsitzende der NRO Earthlife Namibia, die sich für die Rechte der Umwelt und soziale Fragen einsetzt.

Dr. geol. Stefan Cramer ist pensionierter Hydrogeologe mit umfangreichen Erfahrungen aus Afrika, Asien und Lateinamerika.