Heft 4/2018, Namibia

Die Macht der Bilder zurückgewinnen

FOTOGRAFIE ALS EIN MITTEL, MARGINALISIERTE NAMIBIER ZU ERMÄCHTIGEN.

Viele Menschen halten Fotografie für das ultimative demokratische Massenmedium. Jeder und jeder kann ein Selfie auf globale Plattformen hochladen. Fotos, die von alltäglichen Menschen gemacht und auf sozialen Medien geteilt wurden, haben zu politischen Veränderungen beigetragen, so etwa während der ägyptischen Revolution von 2011.
Doch in weiten Teilen Afrikas hat die Fotografie eine dunkle Vergangenheit und eine kontroverse Gegenwart. Namibia beispielsweise war zwischen 1904 und 1908 Schauplatz eines Genozids. Bis zu 80 Prozent der Herero-Ethnie und große Teile anderer Bevölkerungsgruppen wurden von der deutschen Kolonialarmee ausgerottet. Das fotografische Festhalten der Ereignisse trug seinen Teil bei zur Rechtfertigung dieser Massaker und spielte auch bei den nachfolgenden Ereignissen eine Rolle. So finden sich in Namibias Archiven Bilder von stolzen deutschen Soldaten, die neben erhängten Körpern von Herero-Häftlingen strammstehen. ...

Hugh Ellis

Der Autor hat Journalismus und Medienwissenschaften an der Rhodes University studiert und ist zur Zeit Doktorand für Medienwissenschaften an der Witwatersrand-Universität. Seine Doktorarbeit trägt den Titel „Owning the Image: Photography as a means of empowerment in contemporary Namibia".

Sein Originalbeitrag „Marginalised Namibians are trying to reclaim photography after colonialism" erschien in The Conservation, 15. April 2018

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