Heft 4/2022, DR Kongo

Eine würdevolle Rückgabe, doch letztendlich nur ein hohler Zahn?

Belgien hat den Zahn des 1961 ermordeten ersten gewählten Premierministers der Demokratischen Republik Kongo restituiert. Doch eine ernsthafte Aufarbeitung der Vergangenheit braucht mehr.

Von Janine Traber

Wenn man von Deutschland aus „Lumumba" in eine Suchmaschine eingibt, wird einem als erstes ein Heißgetränk vorgeschlagen, das üblicherweise auf Weihnachtsmärkten verkauft wird. Kakao mit Sahne und einem ordentlichen Schuss Rum, in v.A. Norddeutschland alternativ auch „Tote Tante" genannt. Die Zutaten sind klassische Güter, die man vor ein paar Jahrzehnten in einem sogenannten „Kolonialwarenladen" hätte kaufen können. In Nordrhein-Westfalen, das an Belgien grenzt, haben jedoch auch die verstärkten Debatten der letzten Jahre um rassistische Terminologien im Alltag nichts an der auf den ersten Premierminister der Demokratischen Republik Kongos zurückgehenden Bezeichnung für das Milchmischgetränk mit Schnaps geändert. Den Meisten ist sie vermutlich bisher aber auch noch nicht aufgefallen. Denn bislang hat sich Belgien sehr bedeckt gehalten in der öffentlichen Auseinandersetzung mit seiner kolonialen Vergangenheit. ...

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