Heft 4/2022, Südafrika

Eskom – Stromkrise und kein Ende

Korruption, Inkompetenz, hohe Kosten, fast tägliche Stromabschaltungen: Schlechter könnte das Image des südafrikanischen Stromkonzerns Eskom kaum sein. Jetzt musste sich der angeschlagene Stromanbieter und sein neues Management auch noch mit Lohnforderungen der Gewerkschaften auseinandersetzen.

Von Ringo Raupach

Im Angesicht reduzierter Gaslieferungen aus Richtung Osten und eines angekündigten Ölembargos beschäftigt sich Deutschland intensiver mit den Folgen von Lastabwürfen – dem Notfallmechanismus, der greift, wenn die produzierte Strommenge nicht ausreicht, um den gesamten Verbrauch im Netz zu decken. In Südafrika gehört das sogenannte Load Shedding seit 2007 in vielen Jahren zum Alltag. Zwischenzeitlich gab es immer wieder Phasen mit einer besseren Versorgung wie in den Jahren 2009 bis 2013. Auch die Covid-19-Pandemie verbesserte die Situation kurzfristig, da der Verbrauch infolge der Wirtschaftskrise zurückging. Aktuell durchläuft das Land erneut eine besonders schwierige Phase mit Blick auf die Stromversorgung. Lastabwürfe der Stufe 4, wie sie im Juni 2022 landesweit umgesetzt wurden, bedeuten: Verbraucher müssen sich darauf einstellen, in einem Zeitraum von vier Tagen insgesamt 24 Stunden ohne Stromversorgung zu bleiben – verteilt jeweils auf zweistündige Zeitfenster. Doch damit nicht genug: Der nationale Stromanbieter Eskom musste zuletzt zeitweise auf Stufe 6 erhöhen. Somit blieb eine sechsstündige Stromversorgung pro Tag übrig. ...

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