Die Debatte über ein Grundeinkommen in Südafrika hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der zentralen sozialpolitischen Themen des Landes entwickelt. Spätestens seit der Covid-19-Pandemie und der Einführung des sogenannten Social Relief of Distress (SRD) wird in Regierung, Parlament und Zivilgesellschaft darüber gestritten, ob und wie diese zunächst als Notfallhilfe konzipierte Zahlung in eine dauerhafte Grundsicherung überführt werden kann.
Von Simone Knapp
Mit seiner Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) im Februar 2025 hat Präsident Cyril Ramaphosa die Diskussion um ein Grundeinkommen neu entfacht. Er kündigte an, die bestehende SRD-Leistung zur Grundlage einer nachhaltigen Einkommensunterstützung für Arbeitslose auszubauen.
Südafrika ist ein Land mit einem der weltweit höchsten Einkommensungleichheiten, der sich in einem Gini-Koeffizienten von 0,63 manifestiert. 12,6 Mio. Menschen, 33,2 Prozent der Bevölkerung, sind arbeitslos. Zählt man diejenigen dazu, die gar nicht mehr nach Arbeit suchen („discouraged workseekers") liegt sie bei etwa 42,9?Prozent. Mehr als 20 Millionen Südafrikaner*innen leben unter der Armutsgrenze. ...
Der Beitrag erschien zuerst in einer für afrika süd erweiterten Version auf www.woek.de.

