Zwischen 2008 und 2011 wurde in der namibischen Ortschaft Otijivero ein Basic Income Grant (BIG) als Pilotprojekt getestet. Es handelte sich um ein bedingungsloses Grundeinkommen (Universal Basic Income Grant, UBIG), das aus Spendengeldern finanziert wurde. Trotz weitgehend positiver Effekte für die Begünstigten hat die Regierung die Einführung eines landesweiten UBIG abgelehnt und stattdessen ein bedingtes Grundeinkommen (Conditional Basic Income Grant, CBIG) eingeführt, das an eine Bedürftigkeitsprüfung gebunden ist.
Von Johnathan Beukes
Das Festhalten der Regierung Namibias an bedingten und zielgerichteten Beihilfen entpuppt sich zunehmend als unzureichend und oft kontraproduktiv, wodurch viele vulnerable Namibier*innen in prekärer Armut zurückbleiben. Zwar hat die Regierung erkannt, dass ein monetärer Zuschuss im Gegensatz zu Sachleistungen den am stärksten benachteiligten Menschen erheblich helfen würde, doch die entscheidende Schwachstelle der sozialen Sicherheitsnetze des Landes liegt im Unterschied zwischen einem bedingten Grundeinkommen (CBIG) und einem universellen Grundeinkommen (UBIG).
Ein UBIG ist ein bedingungsloser, regelmäßiger Zuschuss, der jeder Person unabhängig von Einkommen, Beschäftigungsstatus oder sonstigen Anforderungen zusteht. Das Wesentliche daran ist sowohl Universalität als auch Bedingungslosigkeit. Der Ansatz der namibischen Regierung – verkörpert im CBIG – unterscheidet sich davon grundlegend. Der monatliche Zuschuss ist an eine Bedürftigkeitsprüfung gebunden, zu der eine Einkommensobergrenze von 1.600 Namibia-Dollar (NAD, 80 Euro) pro Monat zählt. Das CBIG ist zwar bedeutend, wird jedoch pro Haushalt gezahlt, und der Betrag von 600 NAD (30 Euro) pro Monat muss für alle Mitglieder ausreichen, unabhängig von der Anzahl der dort lebenden Personen. ...
Johnathan Beukes ist ein namibischer Journalist.
Sein Beitrag erschien im Original in „The Issue", 5. Oktober 2025, https://theissue.com.na/social-safety-net-leaves-gaping-holes/
Übersetzt aus dem Englischen

