Heft 5/2018, afrika süd-Dossier: Zivilgesellschaft

Soja? Nein danke

WIDERSTAND GEGEN PROSAVANA: Im Norden von Mosambik war das größte Agrobusinessprojekt Afrikas geplant. Doch dann begannen sich die Bauern zu wehren

Nakarari liegt irgendwo im Buschland, rund 2000 Kilometer von Maputo entfernt. Unter einem Mangobaum sitzen rund vierzig Männer und Frauen auf der Erde oder auf wackligen Holzbänken. Die Kinder, die um sie herumwuseln, hüpfen jedes Mal wie Flummis in die Luft, wenn sich eine Mango vom Ast löst. Als Erster ergreift der Dorfsekretär Agostinho Mocernea das Wort. „Wir dürfen

nicht glauben, was die Regierung sagt. Wir müssen bei unserem Nein bleiben."
Die Bauernvertreter aus den benachbarten Dörfern nicken. „Die Regierung hat sich in eine Sackgasse manövriert", ergänzt Dionísio Mepoteia vom Bauernverband Unac. „Unser Kampf war erfolgreich. Wir haben einen historischen Sieg errungen. Wir haben den Raubzug gestoppt und klargemacht: Das Land, das wir seit Generationen bewirtschaften, gehört uns und niemandem sonst." Mit sanfter Stimme fügt der Mittvierziger hinzu: „Das war nur möglich, weil wir so geschlossen aufgetreten sind. Diese Einigkeit müssen wir uns bewahren."

Der Widerstand in Nakarari und anderswo hat ProSavana, dem größten Agrobusinessprojekt in Afrika, einen schweren Schlag versetzt – oder sogar den Todesstoß, wie sie hier hoffen. Das heutige Treffen unter dem Mangobaum ist nur eines von vielen. Dionísio Mepoteia ist ständig auf Achse, um die Landbevölkerung über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. In diesem Teil Mosambiks ist das Internet weit weg und der Handyempfang schlecht.

ProSavana ist eine Dreieckskooperation zwischen der mosambikanischen Regierung, der Japanischen Agentur für internationale Zusammenarbeit (Jica) und der Brasilianischen Agentur für Zusammenarbeit (ABC). Entlang des Nacala-Korridors, der 19 Distrikte in drei Provinzen im Norden Mosambiks verbindet, sollen auf 14 Millionen Hektar Land „Cash Crops" (Soja, Baumwolle und Mais) für den Weltmarkt angebaut werden.

Das ProSavana-Projekt ist Teil des großen Wettrennens um Ackerflächen in der Subsahara. Seit sich die Preise für Grundnahrungsmittel verdoppelt oder sogar verdreifacht haben, verspricht der Erwerb riesiger Anbauflächen schnellen Profit. Nicht nur die großen Lebensmittelkonzerne, auch Brokerfirmen, Hedgefonds und Pensionsfonds, die von ehemaligen Goldman-Sachs oder Merrill-Lynch-Managern gegründet wurden, sind mit von der Partie.

Von Äthiopien bis zur Demokratischen Republik Kongo und vom Senegal bis zum Sudan wurden schon hunderte Millionen Hektar verkauft. Was dort angebaut wird, ist nicht für den einheimischen Markt bestimmt, sondern gelangt nur auf den gewinnträchtigeren Auslandsmarkt. Der belgische Rechtsprofessor Olivier de Schutter, ehemals UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, warnte schon vor Jahren davor, den Boden nur als Handelsgut zu betrachten, ohne dessen Bedeutung für die Kleinerzeuger zu berücksichtigen.

Brasilien als Vorbild für ProSavana
Aufgrund seiner Größe und der dünnen Besiedelung (durchschnittlich 35 Einwohner pro Quadratkilometer) ist Mosambik besonders begehrt. Schon 2010 lockte Landwirtschaftsminister José Pacheco bei einer internationalen Konferenz in Riad die Anleger mit Pachtverträgen von 50 Jahren Laufzeit und Schleuderpreisen von einem Dollar pro Hektar: „Das ist unser Preis, weil wir an eine partnerschaftliche Entwicklung glauben. Wir müssen gemeinsam eine neue grüne Revolution ins Rollen bringen."

Die ersten Pläne für das ProSavana-Projekt wurden 2009 beim G8-Gipfel im italienischen Aquila geschmiedet, als der japanische Premier Taro Aso und der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ins Gespräch kamen und sich an ein legendäres Agrarprojekt ihrer beiden Länder aus den 1970er-Jahren erinnerten. Mit Hilfe japanischer Ingenieure und japanischer Fördergelder wurde damals in der brasilianischen Savanne (Cerrado) im Bundesstaat Mato Grosso das heute noch weltweit größte Anbaugebiet für Sojabohnen aus dem Boden gestampft. Nach diesem Vorbild wollte man nun auch in Mosambik vorgehen, mit brasilianischem Know-how und japanischen Unternehmen, die die Erzeugnisse vor allem in Asien vermarkten sollen.

Von Anfang an bedachten wichtige Persönlichkeiten das Projekt mit Vorschusslorbeeren. So lobte etwa US-Außenministerin Hillary Clinton im November 2011 auf dem Vierten hochrangigen Forum zur Wirksamkeit von Entwicklungshilfe (Fourth High Level Forum on Aid Effectiveness, HLF4) im südkoreanischen Busan die Anstrengungen „dieser aufstrebenden Volkswirtschaften, die sich zusammentun, um für gemeinsame Herausforderungen gemeinsame Lösungen zu erarbeiten". Und Bill Gates, dessen Bill & Melinda Gates Foundation Entwicklungsprogramme in Afrika fördert, bezeichnete ProSavana als Vorbild „für innovative Partnerschaften".

In diesem Fall ist der innovative Partner eine Unternehmensberatung, die GV Agro, die zur Getúlio-Vargas-Stiftung (FGV) gehört, dem einflussreichsten Thinktank in ganz Lateinamerika. Chef der GV Agro ist der frühere Landwirtschaftsminister Roberto Rodrigues, der viel in Afrika unterwegs ist. Einer seiner Kunden ist der Bergbaukonzern Vale, der in der mosambikanischen Provinz Tete Kohle fördert. Der Exminister ist so etwas wie die graue Eminenz von ProSavana: Er zog als Erster die Parallele zwischen Mato Grosso und dem Norden Mosambiks, strickte die Legende von den Monokulturen auf „ungenutztem Land" und lud potenzielle brasilianische Investoren zu Besichtigungen nach Mosambik ein.

„Anbauflächen fast zum Mulltarif"
Die GV Agro erarbeitete für ProSavana den Masterplan und das Finanzierungsmodell. Nach einer Anschubfinanzierung von 38 Millionen US-Dollar, die größtenteils von der japanischen Regierung bereitgestellt wurden, setzte das Projekt auf die Förderung durch einen neuen Fonds namens Nacala, der zwei Mrd. US-Dollar von Privatinvestoren auftreiben sollte. Ein weiterer von den Mosambikanern und Japanern gegründeter Fonds sollte verschiedene Modelle zur Einbindung der Kleinbauern unterstützen.

„Von dem Programm haben wir zum ersten Mal im August 2011 gehört, als in einer brasilianischen Tageszeitung ein Interview mit unserem Landwirtschaftsminister erschien", erzählt Jeremiah Vunjane von der Bürgerinitiative Adecru (Acção Académica para o Desenvolvimento das Comunidades Rurais), die Familienbetriebe unterstützt. „Wir waren geschockt. Unsere Regierung verkauft Grund und Boden ans Ausland und sagt der eigenen Bevölkerung kein Wort!", empört sich Vunjane, der früher selbst Journalist war.

In dem Zeitungsartikel wurde außerdem der Präsident des Verbands der Baumwollproduzenten von Mato Grosso, Carlos Ernesto Augustin, zitiert: „Mosambik ist ein Mato Grosso mitten in Afrika: Anbauflächen fast zum Nulltarif, kaum Umweltauflagen und weit geringere Transportkosten für den Warenexport nach China."

Anders als von GV Agro behauptet und von den Befürwortern des Projekts gebetsmühlenartig wiederholt, ist der Nacala-Korridor jedoch kaum vergleichbar mit der Cerrado-Savanne in Brasilien. Die beiden Regionen liegen zwar auf dem gleichen Breitengrad, aber das Entwicklungsgebiet von ProSavana ist weitaus fruchtbarer und daher für die dort lebenden Bauern erheblich wichtiger als sein vermeintliches brasilianisches Pendant. Vor allem wohnen dort im Unterschied zu Mato Grosso, das in den 1970er-Jahren nur dünn besiedelt war, fünf Millionen Menschen – die meisten von ihnen Kleinbauern, deren Erzeugnisse einen Großteil des mosambikanischen Nahrungsmittelbedarfs decken.

Unwissenheit der Bauern ausgenutzt
Als Mosambik 1975 seine Unabhängigkeit erlangte, wurde wie in vielen afrikanischen Ländern der Grund und Boden zum unveräußerlichen Staatseigentum erklärt, so steht es auch in der Verfassung von 1990. Auf dieser Basis kann die Regierung ein „Bodennutzungs- und Bewirtschaftungsrecht" (Direito de uso et aproveitamento dos terras, Duat) an Kommunen oder Einzelpersonen vergeben. Auf dem Land hat allerdings nicht jeder ein Duat, und manche Bauern messen dem Dokument keine große Bedeutung zu.

Eine fatale Fehleinschätzung, wie die Leute aus Wuacua, einem Nachbarort von Nakari, eines Tages feststellen mussten. Vor sechs Jahren kamen Beamte in das Dorf und legten den Bewohnern einige Schriftstücke vor, die sie unterschreiben sollten. „Sie haben ausgenutzt, dass die meisten hier Analphabeten sind und nur wenige Portugiesisch verstehen", erklärt Dionísio Mepoteia. „Man hat ihnen erzählt, sie würden an einem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums teilnehmen, und ließ sie Dokumente unterschreiben, die sie nicht verstanden. Sie wurden mit 4500 bis 6000 Meticais [60 bis 80 Euro] abgespeist und mussten dafür ihr Land verlassen."

Wenig später bekam Agromoz in Wuacua eine Konzession für 9000 Hektar Land. Das Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen dem portugiesischen Amorim-Konzern und der mosambikanischen Firma Intelec, deren Eigentümer Expräsident Armando Guebuza (2005–2015) ist.

Heute ist Wuacua ein Geisterdorf inmitten von streng bewachten Sojaplantagen. Der Kontrast zu der Gegend um Nakarari könnte nicht größer sein, wo auf kleinen Parzellen – den Machamba – Bohnen und Maniok wachsen und scharenweise Kinder zwischen den Mangobäumen herumtollen.

Die Geschichte von der Enteignung Wuacuas verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Auch wenn es keine direkte Verbindung zu ProSavana gab, waren die Bauernvertreter des Distrikts Malema alarmiert. Als die Regionalregierung sie zu Gesprächen über die Entwicklung auf dem Land einlud, aber keine Fragen zu Agromoz beantworten wollte, „haben wir den Raum verlassen", erzählt Dionísio Mapoteia. Auch diese Szene sprach sich schnell herum – und sie war Anstoß für eine Protestbewegung, die binnen Monaten ganz Mosambik erfasste und mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus gewachsen ist.

„Es begann mit einer Reise nach Brasilien", erzählt Jeremiah Vunjane. Nachdem sie mitbekommen hatten, dass das Vorbild für ProSavana ein vor Jahrzehnten in Mato Grosso realisiertes Großprojekt war, beschlossen die Bauernvertreter, sich selbst ein Bild zu machen. Im November 2012 machte sich eine fünfköpfige Delegation auf den Weg nach Zentralbrasilien.

Sie waren schockiert: „Wir fuhren hunderte Kilometern und sahen die ganze Zeit nichts als Sojafelder. Kein einziger Bauer. Nicht ein einziges Dorf", erinnert sich Abel Saída vom Kleinbauernverband Oram. „Die ganze Region wurde abgeholzt. Leben gibt es dort nicht mehr, weil durch den intensiven Pestizid- und Düngemitteleinsatz alles zur Wüste wurde. Es ist eine albtraumhafte Vorstellung, dass aus unserem Land auch so eine Ödnis werden könnte." Der Reisebericht der Delegation wurde in die verschiedenen Lokalsprachen übersetzt und in ganz Mosambik verbreitet.

Breite Protestbewegung
Der Unac-Vorsitzende von Nampula, Costa Estêvão, im gelben Unac-T-Shirt mit passendem Basecap, hackt auf seiner Machamba Löcher in die Erde und sät Mais. „Wir haben nichts gegen Entwicklung, die Bauen sollen nur einbezogen werden und mitreden dürfen", sagt er. „Doch nach dem Bekanntwerden des Masterplans war klar, dass alles, was man uns anbot, glatter Betrug war." In dem geleakten Dokument konnte nun jeder nachlesen, was die GV Agro und die beiden japanischen Beratungsfirmen Oriental Consulting und NTC International geplant hatten: Die Kleinbauern sollten ihre traditionellen Anbaumethoden aufgeben und der Intensivlandwirtschaft auf der Basis von privatem Grundbesitz, kommerziellem Saatgut und Pestiziden das Feld überlassen.

Was als lokale Protestbewegung begann, zog nun immer weitere Kreise. In Brasilien, Japan und Mosambik tauschten Bauernbewegungen und -verbände Informationen aus und koordinierten ihr Vorgehen. 23 mosambikanische Organisationen wandten sich in einem offenen Brief an ihre eigene und die Regierungen Japans und Brasiliens. Darin beklagten sie, „dass es in einer Frage von so großer sozialer, ökonomischer und ökologischer Tragweite, die sich unmittelbar auf unser Leben auswirkt, nicht einmal ansatzweise eine breite, transparente und demokratische öffentliche Debatte gab".

Rund 40 internationale Organisationen unterzeichneten ebenfalls und verbreiteten das Dokument weiter. Kurz darauf stand Costa Estêvão in den prunkvollen Fluren des japanischen Unterhauses. „Japanische Parlamentsabgeordnete luden mich zu einem Treffen ein. Ich legte ihnen unsere Kritikpunkte an ProSavana dar und machte ihnen deutlich, dass das Projekt unsere Lebensweise bedroht."

Die vielen Kundgebungen, Auslandsreisen, der offene Brief und eine Aufklärungskampagne, an der sich die mosambikanischen Landwirte, brasilianische Bauernverbände, Hochschulen und Bürgerinitiativen aus Japan und Europa beteiligten, brachten das Projekt tatsächlich ins Wanken. „Die Protestwelle schwappte in alle Provinzen über. Wir sind herumgezogen, um die Bevölkerung zu informieren und ihnen Mut zu machen, damit sie nicht den leeren Versprechen der Beamten auf den Leim gehen", erzählt Jeremiah Vunjane.

„Das war sehr viel Arbeit. Wir haben enorm viele Kilometer zurückgelegt", fährt Vunjane fort. „Aber wir hatten Erfolg: Zum ersten Mal musste sich die mosambikanische Regierung anhören, was die Bevölkerung zu sagen hat, nämlich dass sie ein von oben verordnetes Entwicklungsmodell nicht akzeptieren wird."

ProSavana liegt auf Eis
Die Fürsprecher von ProSavana bekamen allmählich kalte Füße. Die Japaner wollten nicht als Handlanger eines neuen Agrarkolonialismus dastehen und bekundeten als Erste Bedenken. Die brasilianischen Unternehmer, die der Einladung von GV Agro nach Mosambik gefolgt waren, ließen verlauten, sie seien nicht mehr interessiert. Die Techniker der brasilianischen Kooperationsagentur traten die Heimreise an, und der Nacala-Fonds, der zwei Mrd. Dollar einwerben sollte, wurde unauffällig geschlossen. ProSavana liegt auf Eis.

Hiroshi Yokoyama gibt unumwunden zu, dass bei der Evaluierung Fehler gemacht worden seien. Tatsächlich habe man nie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, gesteht der Projektleiter von Jica in Maputo. „Wir dachten, man könnte das Experiment von Mato Grosso einfach wiederholen. Doch dann wurde uns klar, dass sich das brasilianische Entwicklungsmodell nicht auf Mosambik übertragen lässt." Inzwischen fordert Yokoyama Unterstützung für die Kleinbauern und spricht sich gegen landwirtschaftliche Großbetriebe aus, die ProSavana ursprünglich umsetzen sollten: „Wir arbeiten an einem neuen Masterplan." Die Unternehmensberatung GV Agro ist nicht mehr dabei.

Während die Japaner viel zu viel Geld und Prestige in das Projekt investiert haben, um nach zehn Jahren jetzt einen Rückzieher zu machen, haben die Brasilianer bereits die Koffer gepackt. Und die Regierung in Maputo, die Mosambik so gern zur Drehscheibe der afrikanischen Agrarindustrie gemacht hätte, muss einen Kooperationsplan umsetzen, von dem sie selbst nicht mehr so recht überzeugt ist.

Ein Besuch im Landwirtschaftsministerium offenbart den Bedeutungsverlust des Projekts. Die Stabsstelle für ProSavana wurde in den Seitenflügel des Gebäudes verbannt. Hinter einem Schreibtisch, auf dem Miniaturflaggen Mosambiks und Japans stehen, sitzt in einem leeren Zimmer ohne Computer und Telefon der ProSavana-Koordinator. Antonio Limbau hat die undankbare Aufgabe, das Offensichtliche zu leugnen: „Wir hatten nie vor, das brasilianische Cerrado-Modell zu kopieren. Wir wollten immer eine ländliche Entwicklung fördern, die auf unser Land abgestimmt ist und kleinen, mittleren wie großen Unternehmen zugutekommt. Die Ernährungssouveränität steht für uns an erster Stelle", beteuert er energisch und kündigt an, dass das Projekt „ungeachtet aller Verzögerungen und Missverständnisse" weiterverfolgt werde.

ProSavana gleicht schon heute mehr einem Phantom. Wie eine deplatzierte Kathedrale erhebt sich mitten in der Savanne am Stadtrand von Nampula der Laborturm für Bodenanalysen. Er gehört zu den wenigen Vorhaben, die tatsächlich umgesetzt wurden. In dem trostlosen Gebäude sitzen ein paar Studierende und eine Agrarwissenschaftlerin, die dem Besucher lustlos anbieten, ihre Geräte vorzuführen. Americo Uaciquete, der Verantwortliche für ProSavana im Distrikt Malema, wiederholt die offizielle Sprachregelung: „Das Programm ist gut, wurde aber nicht verstanden. Jetzt liegt das Ganze auf Eis."

Unter dem Mangobaum in Nakarari braucht man das Wort „ProSavana" nur zu erwähnen, und schon verfinstern sich die Mienen. „Sie können tausendmal hier auftauchen – sie werden uns nie überzeugen", erklärt Agostinho Mocernea lautstark. Jeremiah Vunjane bekundet seine Zufriedenheit über den „historischen Sieg", bleibt aber vorsichtig: „Die Regierung schlägt inzwischen andere Töne an. Aber wir bleiben auf der Hut."

Stefano Liberti

Der Autor ist freier Journalist und Filmemacher. Mit Enrico Parenti als Co-Regisseur drehte er den Dokumentarfilm „Soyalism", der im Herbst 2018 herauskommt, siehe www.soyalism.com. Die Reportage schrieb Liberti mit einem Stipendium des Pulitzer Center on Crisis Reporting.
Aus dem Französischen von Andreas Bredenfeld

Der Beitrag erschien in Le Monde diplomatique vom 12.07.2018: https://monde-diplomatique.de/artikel/!5518101. Wir danken für die freundliche Zusammenarbeit.