Heft 5/2019, Simbabwe: Mugabe

Der das Land im Stich gelassen hat

EINIGE GEDANKEN ZUM ERBE VON ROBERT MUGABE

In den letzten zwei Wochen in Harare zu sein, war wirklich eine Erfahrung. Die Ära Mugabe ist endlich zu Ende gegangen und Mugabe wurde – auf würdevolle und sogar etwas spektakuläre Weise – vom Land auf die Reise geschickt, wo auch immer sie hingeht. Doch aus der Sicht der Menschen war das ganze Prozedere nichts als ein Schauspiel – wir sind bereits weitergegangen und dies scheint nur eine weitere Ablenkung von den harten Realitäten des täglichen Lebens zu sein.

Aber was auch immer man über den Mann denkt, er stand länger im Mittelpunkt der Geschichte dieses Landes als jedes andere Oberhaupt in unserer Geschichte. Betrachten wir doch einmal den Beitrag all der Menschen, die diesen Teil der Welt zu dem gemacht haben, was er heute ist. Da waren zuerst die Führer, die die historische Migration der Menschen aus Nordafrika anführten, die sich niederließen und Groß-Simbabwe bauten. Sie gründeten ein Königreich, das die Region über 500 Jahre lang dominierte. Dann der Mann, der eine weitere Wanderung leitete – diesmal aus dem Süden in Form von Mzilikazi, der Tausende seines Volkes dazu brachte, sich in und um einen Ort niederzulassen, den er Gubulawayo oder den „Ort des Schlachtens" nannte. ...

Eddie Cross
Harare, 14. September 2019

Der Autor ist simbabwischer Ökonom mit schottischen und irischen Wurzeln. Er ist Gründungsmitglied und Politischer Koordinator der Movement for Democratic Change (MDC).

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