Heft 5/2019, Angola

Ein Land am Scheideweg

ANGOLA BRAUCHT DRINGEND REFORMEN. Das Erbe der Regierung dos Santos lähmt die Nachfolgeregierung unter João Lourenço, die Wirtschaftskrise sorgt für steigende Armut und Arbeitslosigkeit. Trotz einer gewissen politischen Öffnung fehlt es der Regierung an Ideen, der sozialen und ökonomischen Talfahrt entgegenzuwirken.

Nach 38 Jahren an der Macht war der ehemalige angolanische Präsident José Eduardo dos Santos nicht mehr als Präsidentschaftskandidat der regierenden MPLA angetreten. Sein von ihm selbst auserkorener Nachfolger João Lourenço wurde bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im August 2017 zum neuen Präsidenten Angolas gewählt. Die MPLA gewann die Wahl mit qualifizierter Mehrheit, erzielte aber das schlechteste Ergebnis aller Zeiten. Im Gegensatz zu den Geschehnissen in vielen anderen afrikanischen Ländern war der politische Übergang in Angola friedlich, verfassungskonform und wurde mehr oder weniger von allen akzeptiert. ...

João Neves

Der Autor ist ein kritischer Beobachter der politischen, ökonomischen und Menschenrechtssituation in Angola. Im August 2019 war er Referent bei der Herbsttagung der Angola-Runde in Berlin.

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