Heft 5/2021, Namibia: Musik

Stolen Moments

NAMIBISCHE MUSIK DER APARTHEID-ÄRA. Die Ausstellung „Stolen Moments – Namibian Music History Untold" – im Oktober und November in Stuttgart zu sehen – ist eine erinnerungsarchäologische Spurensuche. Eine Rekonstruktion von Liedgut und Musikgeschichte, die vom unmittelbaren Verschwinden bedroht ist. Eine Begegnung mit dem Namibia aus der Zeit vor der Unabhängigkeit. Eine Sammlung von Geschichten, deren Erzähler:innen schon bald nicht mehr da sein werden, und eine große musikalische Wiederauferstehung all dessen, was verlorengegangen schien.

Fragt man Expert:innen nach namibischer Popmusik aus den 50er-, 60er-, 70er- und 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts, schaut man in ratlose Gesichter. Weit verbreitet ist die Meinung, dass in der Zeit der Apartheid kaum eigene Popmusik im Land entstanden sei, geschweige denn verbreitet wurde. Offenbar hat die musikalische Bevormundung der Besatzung durch die Zensur des Rundfunks und der Musikindustrie erfolgreich jegliches Sensorium für originäre lokale Populärmusik ausgeschaltet. Lediglich an lokale Kirchenmusik und traditionelle Musik mag man sich erinnern. Kein Wunder, galt diese doch als ungefährlich und fand deshalb problemlos Verbreitung. ...

Simone Knapp

Stolen Moments – Namibian Music History Untold
Wagenhallen Stuttgart, 11. Oktober – 21. November.
Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.
Führungen für Schulklassen oder Gruppen nach Voranmeldung.
Kuration: Aino Moongo, Sabine Linn, Ulf Vierke
Künstlerische Leitung: Thorsten Schütte
Kontakt: https://www.kasa.de/service/ausstellungen/detail-ausstellungen/stolen-moments-namibian-music-history-untold/

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