Anfang November 2024 haben die thailändischen Behörden 162 madagassische Schildkröten abgefangen. Das ist kein Einzelfall, denn bereits im Mai dieses Jahres wurden 1.000 Strahlenschildkröten beschlagnahmt. Dieser Vorfall verdeutlicht das Ausmaß des illegalen Handels mit endemischen Arten aus Madagaskar sowie das Versagen der Taskforce, die vom Staat zu dessen Bekämpfung eingesetzt wurde.
Besorgniserregende Beschlagnahme
Die madagassischen Behörden waren noch dabei, mit ihren thailändischen Kollegen über die Rückführung der 1000 Schildkröten und 48 Lemuren zu verhandeln, die im Mai beschlagnahmt wurden, da machte der madagassische Forscher und Primatologe Jonah Henri Ratsimbazafy die Bevölkerung über seinen Facebook-Account auf die jüngste Beschlagnahmung von 162 Schildkröten aufmerksam, die im Schlag gegen den illegalen Handel Ende Oktober erfolgt war.
Den vorliegenden Informationen zufolge gehörte eine madagassische Frau zu den Akteuren, die in Thailand mit Schildkröten handelten. Die madagassische Presse griff das Thema erst auf, nachdem der Forscher die Meldung veröffentlicht hatte. Noch erstaunlicher ist, dass das Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung, das die erste Beschlagnahmung im Mai ausführlich kommuniziert hatte, keine Mitteilung zu dieser zweiten Beschlagnahmung herausgegeben hat – eine neue Beschlagnahmung, die die Lücken der von den Behörden eingesetzten Taskforce aufzeigen könnte? ...
Yanne Nobiniaina Lomelle arbeitet als freie Journalistin in Madagaskar.
Übersetzt aus dem Französischen.

