Heft 6/2019, Mosambik

Gas-Rausch in Cabo Delgado

SEGEN ODER FLUCH? In Cabo Delgado, im Nordosten Mosambiks, wurde 2009 vor der Küste große Mengen fossiles Erdgas entdeckt. Diese Entdeckung hat Hoffnungen auf einen Geldsegen entfacht, der sich leider für viele Unbeteiligte als Fluch entpuppt.

Fossiles Gas wird von der Gasindustrie noch immer als saubere, klimafreundliche Alternative zu Öl und Kohle dargestellt. Diese Sichtweise ist von der Klimakrise längst überholt worden. Fossiles Gas besteht zu fast 100 Prozent aus Methan – einem Treibhausgas, das die Erde mehr als 100 mal so stark erwärmt wie Kohlendioxid. Allerdings verbleibt es „nur" etwa 12 Jahre in der Atmosphäre und wird danach abgebaut. Während dieser Zeit leistet es jedoch einen sehr starken Beitrag zur menschengemachten Klimaerwärmung (global mehr als halb so viel wie das CO2), und Katastrophen wie die Zyklone Idai und Kenneth gehen zu einem beträchtlichen Teil auf das Konto von Methan. ...

Kjell Kühne

Der Autor ist Direktor der Leave it in the Ground Initiative (LINGO), die sich die schnelle Beendigung des fossilen Zeitalters zum Ziel gesetzt hat, sowie Mitglied der Gastivists, eines Kollektivs, das global die Anti-Gas-Bewegung unterstützt.

Sein Beitrag erscheint im Mosambik-Rundbrief 99.
Der komplette Bericht von LINGO „New Fossil Gas Terminals: Profits over People" inklusive Fall-Studie zu Mosambik kann heruntergeladen werden unter: http://leave-it-in-the-ground.org/new-fossil-gas-terminals-profits-over-people/

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