Heft 6/2021, Angola

Wie das Radikale normal wurde

MACHT UND WIDERSTAND IN ANGOLA. Wenn jeder weiß, dass der Kaiser keine Kleider hat, aber niemand wagt, es laut auszusprechen, werden selbst die kleinsten abweichenden Handlungen zu radikalen Protesten.

Am 26. Mai 2021 entschuldigte sich Angolas Präsident João Lourenço öffentlich für die schrecklichen Ereignisse, die sich 44 Jahre zuvor in Angola zugetragen hatten und die heute einfach als 27 de Maio (27. Mai) bekannt sind. An diesem Tag im Jahr 1977 begann das Militär auf einen angeblichen Putschversuch des radikal-marxistischen Flügels der Regierungspartei MPLA zu reagieren. Soldaten wurden mobilisiert, um übereifrig Hunderte von Menschen zu inhaftieren oder zu ermorden, oft nach geheimen Anhörungen aufgrund erfundener Anschuldigungen. ...

Cláudio Silva

Der Autor wurde in Luanda geboren, wuchs in den USA auf und zog 20 Jahre später zurück nach Luanda, um LNL zu gründen, Angolas größte Plattform für Lebensmittel und Tourismus. Er hat für eine Vielzahl von Reise-, Lifestyle- und Wirtschaftspublikationen geschrieben, darunter CNN Travel, The Guardian, Roads & Kingdoms und The Economist Intelligence Unit.

Sein Beitrag erschien am 18. Oktober 2021 in African Arguments als Teil der Reihe „Radikaler Aktivismus in Afrika", herausgegeben von Stella Nyanzi.
https://africanarguments.org/2021/10/how-the-radical-became-normal-in-angola/

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