Südafrika

Der Regenbogen ist verblasst

Graffiti beim ehemaligen Rhodes House Memorial in Kapstadt, Foto: Josephou/Wikimedia

Kolonialismus, Rassentrennung und Apartheid haben über Jahrhunderte die Gesellschaft Südafrikas gespalten und Ungleichheiten geschaffen. Sie prägen noch heute den Alltag der Menschen dort. An das Ende der Apartheid knüpfte sich für die Mehrheit der Bevölkerung die Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie ist bisher unerfüllt geblieben. Prägend für die Geschichte Südafrikas war und ist immer noch der Gegensatz wischen Herrschenden und Habenden sowie den Beherrschten, dem Volk. Die wirtschaftlichen Machtverhältnisse wurden nicht angetastet. Nach der demokratischen wird der Ruf nach einer zweiten Transformation immer lauter.

Staat und Verwaltung

Offizielle Bezeichnung Republic of South Africa (Englisch); Republiek van Suid-Afrika (Afrikaans); Riphabliki yeSewula Afrika (isiNdebele); IRiphabliki yaseMzantsi Afrika (isiXhosa); IRiphabliki yaseNingizimu Afrika (isiZulu); Rephaboliki ya Afrika-Borwa (Nord-Sotho); Rephaboliki ya Afrika Borwa (Sesotho); Rephaboliki ya Aforika Borwa (Setswana); IRiphabhulikhi yeNingizimu Afrika (Siswati); Riphabu?iki ya Afurika Tshipembe (Tshivenda); Riphabliki ra Afrika Dzonga (Xitsonga); Republik Südafrika
Unabhängigkeit 31. Mai 1910 (von Großbritannien)
Fläche 1.219.090 qkm
Landesnatur ausgedehntes Inlandsplateau umrandet von schroffen Felsen, enges Küstenflachland, sehr vielfältige Vegetation: Savannen, Grasland, Halbwüsten, Fynbos, Küstenwald, Regenwald; semiarides Klima, entlang der Küste subtropisch
Höchste Erhebung Njesuthi (3.408 m)
Küste 2.798 km; im Osten und Süden Indischer Ozean; im Westen Atlantik
Umweltprobleme Fehlen von wichtigen Hauptflüssen oder Seen erfordert umfassenden Wasserschutz und Kontrollmaßnahmen; Wasserverbrauch von Menschen und Landwirtschaft (Bewässerungssysteme) steigt stetig an; Verschmutzung von Flüssen sowie Luftverschmutzung; Bodenerosion, Desertifikation
Einwohnerzahl 48.601.098 (Juli 2013 geschätzt)
Bevölkerungsdichte 39,9 Einwohner pro qkm Landfläche (eig. Berechnung)
Hauptstadt Pretoria (Regierungssitz); Sitz des Parlaments in Kapstadt, des Supreme Courts in Johannesburg
Landessprachen elf Amtssprachen: IsiZulu (23,82%), IsiXhosa (17,64%), Afrikaans (13.35%), Sepedi (9,39%), English (8,2%), Setswana (8,2%), Sesotho (7,93%), Xitsonga (4,44%), siSwati (2,66%), Tshivenda (2,28%), isiNdebele (1,59%); andere 0,5% (Census 2001)
Religionen Protestanten (36,6%), Katholiken (7,1%), andere Christen (36%), Muslime (1,5%), Hindu (1,4%), traditionelle afrikanische Religionen und Animisten (28,5%)
Staatsform Republik
Verfassung 10. Dezember 1996, seit 4. Februar 1997 in Kraft
Wahlrecht wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahre Jahren; Verhältniswahlrecht
Exekutive Staatsoberhaupt: Präsident Jacob Zuma (seit Mai 2009); Stellvertretender Präsident Kgalema Motlanthe (seit Mai 2009; Wahlen: Präsident wird aller fünf Jahre von Nationalversammlung gewählt; Regierungschef: Zuma; Stellvertreter Motlanthe; Kabinett: Ernennung durch Präsidenten
Legislative Parlament: Zweikammernparlament bestehend aus Nationalversammlung (400 Sitze, alle fünf Jahre gewählt) und Nationalrat der Provinzen (90 Sitze, je 10 von den neun Provinzparlamenten gewählt)
Parteien African Christian Democratic Party (ACDP); African National Congress (ANC; Regierungspartei); African Peoples' Convention (APC); Agang South Africa; Azanian Peoples' Organisation (Azapo); Congress of the People (Cope); Democratic Alliance (DA); Economic Freedom Fighters (EFF); Freedom Front Plus (FF Plus); Independent Democrats (ID); Inkatha Freedom Party (IFP); Minority Front (MF); Pan-Africanist Congress (PAC); United Christian Democratic Party (UCDP); United Democratic Movement (UDM)
Rechtssystem basiert auf römisch-niederländischem und englischem Recht
Justiz Constitutional Court (Verfassungsgericht); Supreme Court of Appeals; High Courts; Magistrate Courts
Verwaltungsgliederung neun Provinzen: Ostkap (Eastern Cape), Free State, Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Nord-West (North West), nördliche Kapprovinz (Northern Cape), westliche Kapprovinz (Western Cape)
Internationale Mitgliedschaften UNO und Unterorganisationen; Afrikanische Union (AU); Entwicklungsgemeinschaft SADC; Commonwealth; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IMF); Weltbank
Internationale Länderkategorien

kein LDC-Status
(8 der 15 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries (LDC) - "am wenigsten entwickelte Länder" - und bekommen besondere Mittelzuwendungen)

 

Wirtschaft

Währung 1 Rand (ZAR) = 100 Cents
Wechselkurs

1 US$ = 9,84168 Rand (August 2013)

 aktueller Wechselkurs: OANDA


Export / Importgüter
- Wichtige Exportgüter Gold, Diamanten, Platin, andere Mineralien und Metalle, Maschinen und Ausstattung, Nahrungs- und Genussmittel
- Wichtige Importgüter Maschinen und Ausstattung, Chemikalien, Petroleum, Nahrungsmittel, wissenschaftliche Instrumente

Wichtige Handelspartner
- Export China (14,5%); USA (7,9%); Japan (5,7%); Deutschland (5,5%); Indien (4,5%); Großbritannien (4,1%) (2012)
- Import China (14,9%); Deutschland (10,1%); USA (7,3%); Saudi Arabien (7,2%); Indien (4,6%); Japan (4,5%) (2012)

Infrastruktur
- Eisenbahn 20.192 km
- Straßen 362.099 km (davon 73.506 km geteert)
- Flugplätze 567 (davon 145 mit befestigten Start- und Landebahnen)
- Häfen

 

Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales

Chronologie

Vor- und Frühgeschichte
  Vor- und Frühformen des heutigen Menschen lebten vor etwa drei Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Südafrika.
ca. 100.000 v. Chr. Knochenfunde lassen darauf schließen, dass der heutige Menschentyp homo sapiens sich in Südafrika niedergelassen hat.
ca. 60.000 - 50.000 v. Chr. In der heutigen Provinz Mpumalanga finden sich aus dieser Zeit früheste Felszeichnungen. Spätere Ablagerungen und Felszeichnungen zeigen, dass das Territorium des heutigen Südafrika seitdem beständig besiedelt wurde.
35.000 Khoisan-Völker beginnen Südafrika zu besiedeln. Sie tradieren die Kunst der Felszeichnungen.
um 1.000 Khoisan-Völker siedeln im gesamten Territorium des heutigen Südafrika. Sie sind Sammler/-innen, Jäger (Wildbeuter) und Viehzüchter. Es erfolgt eine langsame Entwicklung der Technik und Werkzeuge, allerdings ohne Nutzung von Metallen. Die Existenz als Wildbeuter und Viehzüchter setzt eine äußerst geringe Bevölkerungsdichte und einen mehr oder weniger ausgeprägten Nomadismus voraus. Beides führt zu kleinen sozialen Einheiten.
ca. 200 n. Chr. Bantusprachige Feldbauern und -bäuerinnen der frühen Eisenzeit besiedeln dünn und ungleichmäßig das Südliche Afrika. Archäologische Funde zeigen, dass sie wasserreiche Gebiete bevorzugen, wo sie hauptsächlich Sorghum (Hirse) und lokale Gemüsesorten anbauen, Fischfang und Jagd betreiben. Sie unterhalten auch kleine Viehbestände.
um 500 Bantu-Gruppen wandern aus dem Tiefland (Lowveld) auf die Hochebenen (highveld), deren Weideflächen sie nutzen. Die Viehzucht gewinnt hier an Bedeutung. Das Gehöft wird bei den Viehzucht treibenden Völkern die soziale Einheit, es bildet sich eine enge Verknüpfung von Viehzucht und sozialem Status heraus. Die Ausdehnung der Weidewirtschaft wird für die Entstehung größerer politischer Gemeinwesen bedeutsam. In den Soutpansbergen im nördlichen Transvaal errichten Gruppen Dörfer aus Lehmhütten, in deren Mitte Viehpferche liegen. Sie werden für weite Teile Südafrikas typisch. Aus dieser Zeit datieren reich verzierte Tonplastiken, die auf ein hoch entwickeltes Töpferhandwerk schließen lassen.
ca. 980 Die bantusprachigen Gruppen erreichen den Großen Kei-Fluss im heutigen Ostkap. Von hier aus ziehen sie vorerst nicht weiter, denn Sorghum, ihr wichtigstes Grundnahrungsmittel, ist ein Getreide des Sommerregens und für den Winterregen am südlichen und westlichen Kap nicht geeignet. Die westlichen Gebiete werden weiterhin von Khoisan-Völkern bewohnt.
um 1200 Aus dieser Zeit datieren die ältesten Funde von Goldschmiedearbeiten im Herrschersitz (Gräber) des Handelsreiches am Limpopo-Fluss, das durch den Gold- und Elfenbeinhandel mit dem Indischen Ozean verbunden war und importierte Güter von der Küste nutzte. Der heutige Name des Herrschersitzes ist Mapungubwe, nördliche Limpopo-Provinz.

Ankunft der Europäer
1488 Der Portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz umrundet das Kap der Stürme, das später in Kap der Guten Hoffnung umbenannt wird. Spätere Seefahrer gehen verschiedentlich zwecks Proviantierung entlang der südafrikanischen Küste an Land. Die Küstenbewohner zeigen sich als friedliche Handelspartner. Schiffbrüchige überleben durch die Gastfreundlichkeit der Küstenbewohner.
1652 Jan van Riebeeck landet mit 90 Soldaten an der Kap-Spitze, um eine Versorgungsstation für die holländische Ost-Indische Kompanie (VOC) zu errichten. Ab 1657 werden nach und nach Angestellte der Versorgungsstation, deren Dienstzeit abgelaufen ist, als sogenannte Freibürger angesiedelt. Ab 1658 werden Sklaven/-innen aus der Inselwelt im Indischen Ozean durch die VOC eingesetztt. Später kommen Einwanderer aus Holland und Niederdeutschland sowie geflohene Hugenotten aus Frankreich hinzu.
1659 Vieh- und Landverluste der Khoi-Khoi führen erstmals zu heftigen Kämpfen zwischen VOC-Mitgliedern und anwohnenden Afrikanern (Khoikhoi).
bis 1750 Die Freibürger unterwerfen die Khoisan-Völker der Kapregion. Sie selbst betreiben eine auf Sklavenhaltung basierende Landwirtschaft.
1779 Bantu-Völker und weiße Eindringlinge treffen gewaltsam aufeinander. Bis 1877 lösen die Expansionsbestrebungen der weißen Siedler neun große Kriege zwischen Schwarzen und Weißen aus.
1795 Während der napoleonischen Kriege besetzt Großbritannien die Kapregion und installiert eine eigene Verwaltung ab 1806.
1814 Das Kap wird im Rahmen der europäischen Neuordnung nach den napoleonischen Kriegen (Wiener Kongress) als Kolonie formal an die britische Krone abgetreten.
1818 König Shaka gründet ein mächtiges Zulu-Reich an der Ostküste. Die dortigen Bevölkerungsgruppen erhalten eine neue, straff militärische Organisationsstruktur. Seine Expansionskriege und vorrückende weiße Viehdiebe, Menschenfänger und Soldaten lösen in der gesamten Region bis zum Sambesi große Völkerwanderungen (Mfecane) aus.
1834 Das britische Parlament verbietet den Sklavenbesitz.
1835-43 Die unterschiedliche Auffassung von Briten und Buren über die Behandlung und den Umgang mit Afrikanern und Sklaven löst den „Großen Treck“ aus. Die Buren suchen sich durch Vordringen nach Osten dem britischen Einfluss zu entziehen. Der „Große Treck“ wird in der theologisch gefärbten Ideologie der Buren mit dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten ins verheißende Land verglichen.
1838 Die Buren siegen am Blood River über die Zulu.
1839-43 Die Buren gründen an der Küste des Indischen Ozeans ihre erste Republik Natalia. Sie besteht vier Jahre, bis sie von Großbritannien annektiert wird.
1852/54 Die Briten erkennen die Unabhängigkeit der Burenrepubliken Transvaals und Oranje Freistaat an.
1854 Die Kapkolonie wählt ihr erstes Parlament.
1872 Die Kapkolonie erhält eine autonome Regierung.

Kampf der Briten und Buren um die Herrschaft
1867-86 Gold und Diamantenfunde wecken die Begehrlichkeiten des Briten Cecil Rhodes und führen zur Industrialisierung.
1877 Die Briten annektieren die Republik Transvaal.
1880/81 Im ersten "Burenkrieg" erhält der Transvaal nach der Rückeroberung durch die Buren erneut seine Unabhängigkeit.
1895 Ein von Cecil Rhodes unterstützter Putschversuch "Jameson Raid" im Transvaal schlägt fehl. Rhodes, damals Premierminister der Kapkolonie, muss zurücktreten.
1899 Der zweite Burenkrieg beginnt. Es geht um die Kontrolle über die Goldfelder. Die meisten gebildeten Schwarzen unterstützen die Briten. Sie erwarten sich von ihnen das Wahlrecht und das Recht auf Freizügigkeit.
1902 In einem Krieg der verbrannten Erde werden die Buren von den Briten geschlagen. Im Frieden von Vereeniging wird der koloniale Status der Burenrepubliken festgelegt und den Buren der Gebrauch des Afrikaans in den Schulen zugestanden. Die Frage des Wahlrechts für Afrikaner wird vertagt und später negativ entschieden.
1906 Die Briten gestehen den Buren eine "selbstverantwortliche" Regierungsform ihrer Republiken zu.

Die Südafrikanische Union
1910 Die Südafrikanische Union wird ohne Mitwirkungsmöglichkeit der (nichtweißen) Mehrheit gegründet; sie wird als britisches Herrschaftsgebiet Teil des Empire. Die Kap-Provinz behält vorerst das geltende liberale (Zensus-)Wahlrecht, nach dem Schwarze weiße Angeordnete wählen können, Transvaal und Orange Freistaat behalten die Praxis des Ausschlusses aller Nichtweißen von der politischen Macht bei.
1911 Gesetze zur Rassentrennung: Afrikaner können keine Tätigkeiten als ausgebildete Arbeiter mehr ausführen.
1912 Der African National Congress ANC wird gegründet. Er versucht vor allem durch Petitionen an die Regierung in London deren mäßigende Einwirkung auf die rassistische Ausschließungspolitik der südafrikanischen Regierung zu erwirken.
1913 Das Landgesetz verbietet den Bodenerwerb für Afrikaner außerhalb der Reservate (7,3 Prozent der Fläche Südafrikas). 1936 wird entschieden, die Fläche auf 13 Prozent des Territoriums zu erweitern. Dieses Ziel wird praktisch nicht umgesetzt.
1914-18 Schwarze Südafrikaner kämpfen auf Seiten der Alliierten und fallen im ersten Weltkrieg auf europäischen Schlachtfeldern.
1919 Mit der Industrial and Commercial Workers Union (ICU) gründen die Schwarzen einen eigenen Gewerkschaftsverband. Er löst sich 1930 nach Streitigkeiten über die Mitarbeit von Kommunisten auf.
1921 Die Kommunistische Partei Südafrikas SACP wird gegründet.
1922 Weiße Gewerkschaften rufen ihre Arbeiter zu einem Generalstreik auf und bewaffnen sich. Sie verlangen eine Eingrenzung der Beschäftigung schwarzer Arbeiter in den Bergwerken, um Privilegien weißer Minenarbeiter zu bewahren. Die "Randrevolte" wird von der Armee nach vier Tagen blutig niedergeschlagen.
1923 Urban Areas Act: Die Trennung von Wohngebieten nach Rassen wird eingeführt.
1926 Das Recht auf Streik wird für Afrikaner eingeschränkt.
1927 Außerehelicher Geschlechtsverkehr zwischen Schwarzen und Weißen wird verboten.
1934 Der burische Nationalismus ist erstarkt. Die Nationalen Partei (NP) wird gegründet. Zudem gründen Buren rechtsradikale Gruppen. 
1936 Die Afrikaner verlieren ihr Zensus-Wahlrecht in der Kap-Provinz. Es werden getrennte Wählerlisten eingerichtet.
1939-45 Schwarze Südafrikaner kämpfen im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten gegen Faschismus und Diktatur.
1944 Innerhalb des ANC wird die Jugendliga gegründet. Gründer sind u.a. Nelson Mandela, Walter Sisulu und Oliver Tambo. Die Jugendliga setzt sich zur Aufgabe, das allgemeine politische Bewusstsein zu mobilisieren und als "Pressure Group" innerhalb des ANC zu fungieren; beides mit dem Ziel, die nationale Einheit der Afrikaner voranzutreiben, um so den Kampf gegen die weiße Herrschaft effektiver führen zu können.
1946 Ein Streik afrikanischer Bergarbeiter wird blutig niedergeschlagen.

Apartheid
1948 Bei den Parlamentswahlen siegt die Nationale Partei. Sie festigt durch neue Gesetze und Bestimmungen die Rassentrennung. Apartheid wird verfassungsmäßig verankert.
1949 Die Eheschließung zwischen Weißen und Nichtweißen wird verboten.
1950

Die Rassengruppen werden definiert und alle Menschen danach klassifiziert und registriert. Die Siedlungs- und Wohngebiete werden endgültig nach Rassen aufgeteilt. Darauf baut Ende der 1950er Jahre die Einrichtung von „Homelands“ auf.

Die Kommunistische Partei wird verboten; die schwammige Definition des Begriffs Kommunismus gibt der Regierung weitgehende Vollmachten ohne Kontrolle der Gerichte.

1951 Die "Bantu-Behörden" werden geschaffen, der Zugang für Afrikaner zu den Städten wird erschwert, Inder und Colourds werden aus der allgemeinen Wählerliste gestrichen.
1952 Für alle Schwarzen wird das Referenzbuch, der sogenannte Pass, eingeführt. Es bestätigt ein Arbeitsverhältnis und erlaubt das Betreten ansonsten Weißen vorbehaltenen Gebietes. Es ist ständig mitzuführen.
1953 Ein neues Gesetz stellt Proteste gegen geltende Gesetze unter Strafe. Für Schwarze wird ein besonderes Bildungsprogramm eingeführt. Diese "Bantu Education" wird von gebildeten Schwarzen als minderwertig und erniedrigend empfunden. Mit der "kleinen Apartheid" wird die Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen von Parks bis zu Kino- und Bahnschaltern verordnet.
1955 ANC, der Congress of Democrats, der Indian Congress und der Coloured Peoples Congress - die sogenannten Charteristen - bilden die Kongress-Allianz und verabschieden die Freiheitscharta, die sich für ein demokratisches und freiheitliches Südafrika ohne Rassismus ausspricht: "Südafrika gehört allen, die darin leben".
1956 Die Regierung verbietet die Registrierung gemischtrassiger Gewerkschaften; Arbeitsplätze werden für bestimmte Rassengruppen reserviert.
1958 Der Pan Africanist Congress PAC spaltet sich vom ANC ab. Er betont im Zuge des Panafrikanismus die schwarzen Wurzeln und lehnt eine Beteiligung von Weißen bei der Konzeption eines neuen Südafrika ab.
1959 Einführung der Homelandpolitik.

Vom Protest zum bewaffneten Widerstand und Ausbau des Unterdrückungsapparates
1960

Am 21. März werden bei einem Massaker in Sharpeville 69 Menschen getötet und 186 verwundet, als die Polizei das Feuer auf fliehende Demonstranten eröffnet, die gewaltfrei gegen die Passgesetze demonstrieren. Die Afrikaner reagieren mit Protesten und Streiks. Die Regierung erlässt ein Gesetz, das ANC und PAC verbietet. Das Sharpeville-Massaker und das Verbot des organisierten schwarzen Widerstands führen zum bewaffneten Widerstand gegen Apartheid. Der ANC gründet mit Umkhonto we Sizwe (MK, "Speer der Nation") einen bewaffneten Arm der Bewegung. Er beginnt im folgenden Jahr mit ersten Angriffen auf staatliche Einrichtungen.

Die Vereinten Nationen haben den 21. März zum internationalen Tag gegen Rassendiskriminierung erklärt.

1961 Die Südafrikanische Union nennt sich fortan Südafrikanische Republik und tritt aus dem Commonwealth aus. Der ANC-Präsident Albert Luthuli erhält den Friedensnobelpreis und fordert erstmals Sanktionen gegen das Apartheidregime.
1962

Die Regierung nimmt Sabotageakte zum Anlass, einzelne Personen zu bannen. Sie dürfen sich nicht vom Ort bewegen, erhalten Veröffentlichungsverbot und nur begrenzten Besuch bei Genehmigung. Es ist untersagt, Aussagen von ihnen zu zitieren.

Poqo ("Wir allein"), der bewaffnete Flügel des PAC, verübt Angriffe gegen Informanten, Chiefs und Weiße.

1963 Gegen zehn Mitglieder des ANC beginnt ein Hochverratsprozess. Sie waren im Vorjahr in Rivonia, einem Vorort von Johannesburg, verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, einen gewaltsamen Umsturz vorbereitet zu haben und für die Sabotageakte die Verantwortung zu tragen.
1964 Die meisten Angeklagten des Rivonia-Prozesses werden zu lebenslanger Haft verurteilt. Mandelas Schlusswort vor Gericht ist eines der eindrucksvollsten Dokumente des Ringens um Gleichberechtigung und ein Plädoyer für die Grundrechte einer menschenwürdigen Gesellschaft.
1965 Es wird ein Gesetz verabschiedet, wonach Verhaftete 180 Tage lang in Einzelhaft genommen werden können, ohne dem Gericht vorgeführt zu werden.
1966 Premierminister Verwoerd wird im Plenarsaal von einem weißen Parlamentsdiener erstochen. Dieser wird für geisteskrank erklärt und nie vor Gericht gestellt. Nachfolger wird B.J. Vorster.
1967 Das Terrorismus-Gesetz gibt der Polizei das Recht, Verhaftete auf unbefristete Zeit und ohne Gerichtsurteil in Einzelhaft zu nehmen. Die Öffentlichkeit hat kein Anrecht darauf, die Namen der Verhafteten zu erfahren.
1968 Ein Gesetz wird verabschiedet, das nicht entlang der Rassenlinien organisierte politische Parteien verbietet.
1969 Gründung der schwarzen Studentenorganisation SASO, Beginn der Black Consciousness-Bewegung unter Steve Biko.
1970 Der Bantu Homelands Citizenship Act beraubt alle schwarzen Südafrikaner ihrer Staatsbürgerschaft. Sie werden zu Bürgern einer der zehn Homelands ernannt. Das Gesetz bewirkt eine millionenfache Ausbürgerung der Schwarzen. Die Homelands sollen nach den Plänen der Regierung nach und nach in die "Unabhängigkeit" entlassen werden. Diesen Status erhielten bis zum Ende des Apartheidregimes die Transkei (1976), Bophuthatswana (1977), Venda (1971) und Ciskei (1981).
1972 Die Black People's Convention wird als Dachorganisation der Black Conciousness-Gruppen gegründet.
1973 In Durban beginnen Streiks. Sie weiten sich auf andere Zentren aus und markieren das Wiederaufleben eines unabhängigen Gewerkschaftswesens.
1974 Südafrikanische Einsatzkommandos dringen erstmals nach Botswana ein, um Oppositionelle zu verfolgen und zu töten.
1975 Die Inkatha wird als kulturelle Bewegung des Zulu-Volkes wiederbelebt. Die Bewegung sucht zunächst eine lose Allianz mit dem ANC, später wird sie sein Gegner.
1976 Im Johannesburger Township Soweto beginnt am 16. Juni eine Protestwelle von Schülerinnen und Schülern. Auslöser ist die Einführung von Afrikaans als vorgeschriebene Unterrichtssprache an schwarzen Schulen. Bei den landesweiten Protesten werden etwa 600 zumeist junge Menschen getötet und 2.000 verletzt. Die Organisationen der Bewegung des Schwarzen Selbstbewusstseins werden verboten.
1977 Vile Schülerinnen und Schüler fliehen ins Ausland und schließen sich dem ANC an. Der Führer der Bewegung des Schwarzen Selbstbewusstseins (Black Consciousness), Steve Biko, wird in Pretoria im Polizeigewahrsam getötet.
1978

Aus der Bewegung des Schwarzen Selbstbewusstseins heraus gründet sich die Azanian People's Organization Azapo.

Über einen regierungsinternen Skandal kommt P.W. Botha an die Macht. Er entwickelt die Politik der "Totalen Strategie". Alle politischen und gesellschaftlichen Ebenen sollen so formiert werden, dass die Konflikte im Inneren kontrollierbar bleiben. Dazu wird auch die Destabilisierung der Nachbarländer geplant.

1979 Nach einem Treffen zwischen Inkatha-Chief Buthelezi und dem ANC in London werden die Verbindungen zwischen Inkatha und ANC aufgelöst.
1981 Bei Kommandoaktionen nach Mosambik werden zwanzig Menschen getötet. Die Rebellenorganisation Renamo wird von Pretoria unterstützt. Die südafrikanische Armee besetzt ein Drittel des Territoriums von Angola, um die Befreiungsbewegung Swapo vom direkten Zugang nach Namibia abzuschneiden.
1982

Südafrikanisches Militär greift ANC-Mitglieder in Lesotho an. 42 Menschen, darunter 12 Bürger Lesothos, werden getötet.

Das Gesetz zur inneren Sicherheit erlaubt das Verbot von Publikationen und legitimiert Hausarrest sowie unbefristete Haft.

1983

Eine Verfassungsänderung räumt den Colourds und Indern eigene Kammern mit begrenzten Rechten ein; Schwarze werden nicht berücksichtigt und gelten als Bürger der Homeland und als Ausländer in Südafrika.

Gegen dieses neue Dreikammernsystem organisiert die im August 1983 gegründete United Democratic Front (UDF), ein Dachverband etwa 600 zivilgesellschaftlicher Gruppen, die den Charteristen und dem ANC nahe stehen, den Widerstand. Im dem zuvor (Juni 1983) geründeten National Forum (NF) sammeln sich ausschließlich schwarze Organisationen aus der Tradition von Black Consciousness und unabhängige Sozialisten, die die Freiheitscharta ablehnen und einen Klassenkampf propagieren.

1984 Mosambik unterzeichnet auf starkem Druck durch Südafrika das Nkomati-Abkommen. ANC-Mitglieder müssen Mosambik verlassen.
1985

Nach schweren Unruhen bei Zerstörungen illegaler Siedlungen und nach Begräbnissen von Aktivisten, die sich zu politischen Demonstrationen entwickeln, wird in 36 Distrikten der Ausnahmezustand ausgerufen. Botha verweigert sich in seiner einstündigen "Rubikon-Rede", die er im August vor 1800 Mitgliedern der NP im Rathaus von Durban hält, nahezu allen Forderungen nach substanziellen Veränderungen.

In der Provinz Natal beginnen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der regimenahen Inkatha und regmiekritischen UDF-Anhängern.

Im November gründen die wichtigsten unabhängigen Gewerkschaften den Dachverband Congress of South African Trade Unions, er steht der UDF nahe.

1986

Die verstärkte staatliche Repression geht mit massiver Polizeigewalt einher. Demonstrationen eskalieren oft gewaltsam. In zahlreichen Townships heißt die Parole: "Macht die Städte unregierbar". Die Regierung reagiert mit der Ausrufung eines landesweiten Ausnahmezustandes. Bis Juni 1987 werden mehr als 25.000 Personen verhaftet.

Die UDF beruft Straßenkomitees und Volksgerichte ein, kann aber nicht verhindern, dass Fälle von Lynchjustiz und der Ermordung von Apartheid-Kollaborateuren durch die Halskrausenmethode (Nacklacing) zunehmen.

Der mosambikanische Staatschef Samora Machel, den die Apartheidregierung als Feind betrachtet, kommt am 19. Oktober bei einem Flugzeugabsturz über südafrikanischem Staatsgebiet unter ungeklärten Umständen ums Leben. Spätere Untersuchungsberichte vermuten eine Involvierung des südafrikanischen Militärs.

1987 Eine Gruppe afrikaanssprachiger Weißer trifft sich in der senegalesischen Hauptstadt Dakar erstmals mit dem ANC.
1988

Den Gewerkschaften, der UDF und weiteren 16 Organisationen werden gravierende Beschränkungen auferlegt.

Nach schweren militärischen Niederlagen in Angola und dem veränderten West-Ost-Verhältnis stimmt Südafrika zum Jahresende dem Vertrag von New York zu und muss sich aus Angola zurückziehen sowie dem Unabhängigkeitsprozess in Namibia unter internationaler Kontrolle zustimmen.

1989 Es kommt zu einem ersten Treffen zwischen Botha und Nelson Mandela. Einen Schlaganfall Bothas nutzt F.W. de Klerk, um die Regierung zu übernehmen. Er leitet eine Öffnung des Apartheidsystems ein, um wenigstens indirekt die politische Kontrolle zu behalten.

Der Übergang
1990

Das Verbot von ANC, PAC und 31 weiteren Organisationen wird aufgehoben, Nelson Mandela und andere politische Gefangene werden entlassen.

In Natal und in einigen Townships um Johannesburg nehmen die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Inkatha und UDF nicht gekannte Ausmaße an. Später wird bekannt, dass Inkatha von der Regierung massiv unterstützt wurde. Die äußerst gewalttätigen Auseinandersetzungen halten bis kurz vor den Wahlen 1994 an.

1991 Die Regierung und 18 weitere Parteien beschließen eine Konferenz für ein demokratisches Südafrika (Codesa).
1992 In einem Referendum ausschließlich unter Weißen, das De Klerk zur Legitimation seines Kurses gegenüber rechten Buren durchführt, befürworten 69 Prozent die Fortsetzung der Verhandlungen durch die Regierung.
1993 Nach dreijährigen Verhandlungen wird ein Abkommen über eine nicht-rassische Mehrparteiendemokratie beschlossen und eine Übergangsverfassung verabschiedet. Nelson Mandela und F.W. de Klerk erhalten den Friedensnobelpreis.
1994 Im Vorfeld der Wahlen suchen Anhänger der weißen Rechten und der Homelandchef von Bophuthatswana, die Regierung durch bewaffnete Aktionen zur Preisgabe der Verhandlungslösung zu bringen. Sie scheitern. Inkatha verstärkt ein letztes Mal Gewalttätigkeiten. Bis unmittelbar vor den Wahlen bleibt eine Teilnahme Inkathas ungewiss. Die Drohung einer Sezession Natals steht im Raum.

Südafrika wird Demokratie
1994

Am 27. April finden erstmals in Südafrika freie und allgemeine Wahlen statt. Der ANC gewinnt mit deutlicher Mehrheit; Nelson Mandela wird erster Präsident des freien Südafrika.
Gemäß der Übergangsverfassung werden die Nationale Partei und die Inkatha aufgrund ihres Wahlergebnisses an der Regierung der Nationalen Einheit beteiligt.

Südafrika tritt als elftes Mitglied der regionalen Entwicklungsgemeinschaft SADC bei.

1996

Südafrika erhält im Dezember seine endgültige Verfassung. Sie tritt am 4. Februar 1997 in Kraft.

Die Wahrheits- und Versöhnungskommission nimmt ihre Arbeit auf. Sie soll die jüngste Vergangenheit Südafrikas aufarbeiten und politisch motivierte Gewalt sowie schwere Menschenrechtsverletzungen untersuchen, die seit dem Massaker von Sharpeville 1960 und bis zu den Wahlen 1994 begangen wurden.

1998 Die Wahrheits- und Versöhnungskommission beendet ihre öffentlichen Anhörungen.
1999 Bei den Parlamentswahlen kann der ANC seinen Vorsprung ausbauen. Neuer Staatspräsident wird Thabo Mbeki. Nelson Mandela hatte nicht wieder kandidiert. Die Präsidentschaft ist auf zwei Amtszeiten begrenzt.
2001/2002 Die Treatment Action Campaign (TAC), eine Interessenvertretung von HIV/Aids-Aktivisten, setzt vor dem Verfassungsgericht erfolgreich den Zugang zu anti-retrovialen Medikamenten für HIV-positive Menschen durch. Damit gebietet das Gericht der umstrittenen Aids-Politik der Mbeki-Regierung Einhalt. Die Todes- und Krankheitsraten sinken. Die HIV-Infektionsraten bleiben hoch, weil viele Frauen und Mädchen bei Vergewaltigungen infiziert werden. 
2003 Entgegen großzügigeren Empfehlungen der Wahrheitskommission gesteht die Regierung anerkannten Opfern der Apartheid nur eine einmalige Abfindung von 3.500 Rand zu. Opfer haben vor US-Gerichten eine Sammelklage eingereicht, in der sie von überseeischen Firmen, die durch ihre Tätigkeit die Apartheid unterstützt haben, eine Entschädigung fordern; darunter die drei großen deutschen Banken, DaimlerChrysler und der Rüstungskonzern Rheinmetall.
2004 Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im April erzielt der ANC mit fast 70 Prozent der Stimmen die angestrebte Zweidrittelmehrheit. Zum ersten Mal gewinnt er auch in allen Provinzen. Starke Einbußen muss die ehemalige Regierungspartei NNP (während der Apartheid: Nationale Partei) erleiden. Sie löst sich auf. Etliche Mitglieder treten dem ANC bei. Thabo Mbeki wird im Amt bestätigt.
2006 Bei den dritten Kommunalwahlen im März kann der ANC seine dominierende Stellung behaupten, obwohl sich in vielen Kommunen Protest gegen die mangelnden Dienstleistungen des Staates erhoben hat. In Kapstadt kann die Demokratische Allianz das Bürgermeisteramt zurückerobern.
2007 Auf dem 52. Parteitag des ANC im Dezember in Polokwane wird Jacob Zuma zum neuen ANC-Präsidenten und damit zum potenziellen Nachfolger von Thabo Mbeki gewählt, dessen Einfluss in der Partei geschwächt ist. Im ANC stehen sich zwei Fraktionen gegenüber.
2008

Eine Welle der Fremdenfeindlichkeit gegen Ausländer aus afrikanischen Ländern, insbesondere aus Simbabwe und Mosambik, durchzieht im Mai die Townships von Johannesburg, Durban und anderen Städten. Mindestens 62 Menschen kommen dabei um, ca. 700 Verletzte, über 80.000 fliehen vor den Übergriffen.

Im Simbabwe-Konflikt drängt Thabo Mbeki als SADC-Vermittler die stärksten Parteien Zanu-PF und MDC zu einem Machtteilungsabkommen.

Thabo Mbeki tritt nach einem innerparteilichen Machtkampf mit Jacob Zuma als Präsident zurück. Übergangspräsident wird Kgalema Motlanthe.

2009 Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im April verpasst  der ANC mit 65,9 Prozent knapp die Zweidrittelmehrheit. Jacob Zuma ist neuer Präsident Südafrikas. Der neu gegründete Congress of the People (Cope) enttäuscht mit 7,4 Prozent der Stimmen. Stärkste Oppositionspartei ist die Demokratische Allianz mit 16,7 Prozent.
2010 Die Fußballweltmeisterschaft, die wirtschaftlich für den internationalen Fußballverband FIFA und für den Nationalstolz der Südafrikaner bedeutend ist, wird erfolgreich in Südafrika ausgerichtet. 
2011

Zahlreiche lokale Proteste und Streiks wegen schlechter Dienstleistungen staatlicher Institutionen und geringer Löhne fordern die Regierung heraus. Diese verschärft die Maßnahmen gegen Zuwanderung von Ausländern aus anderen afrikanischen Ländern.

Südafrika nimmt erstmals am Treffen der Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China (BRICS-Staaten) teil. Südafrika richtet die Weltklimakonferenz in Durban aus. 

2012

Das Massaker von Marikana, bei dem die Polizei 34 streikende Bergarbeiter erschießt und über achtzig schwer verletzt, schockiert Südafrika. Zehn weitere Bergarbeiter sterben später an den Folgen.

Streiks und Demonstrationen wegen unzureichender Service-Leistungen durch staatliche Institutionen, geringer Löhne und fortschreitender Verarmung setzen sich fort. Die Auseinandersetzungen in und zwischen Gewerkschaften eskalieren.

Gewalt gegen Ausländer aus afrikanischen Ländern ist mancherorts weiterhin ein Problem.

Kontroversen zwischen Regierung und zivilgesellschaftlichen Gruppen über den Traditional Authorities Bill illustrieren den Protest gegen das Widererstarken neo-traditonalistischer Kräfte in ländlichen Gebieten (früheren Homelands), unter denen sich viele Chiefs befinden, die das Apartheidregime eingesetzt hatte.

Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Zivilgesellschaft über die hohen Durchfallquoten von Schülern/-innen beim Abschlussexamen der Sekundarschulen weisen auf die Bildungsmisere hin. 

2013

Auch in diesem Jahr setzen sich Streiks (u.a. von Landarbeitern) wegen geringer Löhne und Proteste angesichts unzureichender staatlicher Dienstleistungen fort.

Über die Verabschiedung des Protection of State Information Bill (als „Secrecy Bill“ von Journalisten und zivilgesellschaftlichen Gruppen kritisiert) gibt es eine öffentliche Auseinandersetzung. Investigativer Journalismus wird schwieriger, etwa bei Korruptionsskandalen. Die Debatte darüber besteht seit 2011/2012.

Dreizehn südafrikanische Soldaten sterben im März beim Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik. Dieser ist weder durch ein UN-Mandat noch durch die Afrikanische Union oder die Zentralafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft geregelt.

Die Bildungsmisere und die Kritik an strukturellen Defiziten im staatlichen Bildungssektor durch Schüler/-innen und zivilgesellschaftliche Gruppen setzt sich fort.

In diesem Jahr entstehen neue Parteien: Am 18. Februar gründet die Anti-Apartheid-Aktivistin Dr. Mamphela Ramphele die Partei Angang South Africa. "Angang" ist ein Sotho-Wort und bedeutet "aufbauen". Im Juli stellt der vom ANC suspendierte frühere Jugendliga-Chef Julius Malema seine neue Partei Economic Freedom Fighters (EEF) vor. Sie wird am 17. August offiziell gegründet. Aktivisten der neuen Partei fordern, den Weißen die Kontrolle über die Wirtschaft zu entziehen. Den neuen Parteien werden kaum mehr Chancen eingeräumt als den bisherigen Abspaltungen vom ANC.

Am 5. Dezember stirbt Nelson Mandela im Alter von 95 Jahren nach langer Krankheit. In seltener Einigkeit würdigen Menschen in aller Wert seine Verdienste für Frieden, Freiheit, Demokrtie und Versöhnung.

(Stand: 31. Dezember 2013)